Hitze, Sonne, Baby: sicher durch den Sommer

Dr. Sirkka-Liisa Zeder, Fachärztin für Kinderheilkunde in unserem Ärztezentrum, erklärt, wie man Babys und Kleinkinder wirksam vor zuviel Hitze und Sonne schützt.

Der Sommer ist schön: Man genießt die Wärme, braucht weniger Kleider, kann im Wasser planschen… Die Sonne wirkt positiv auf die Psyche und fördert die Bildung von Vitamin D in der Haut.
Aber Hitze und Sonne können auch gefährlich sein. Babys können ihre Temperatur noch nicht selbstständig regulieren. Eine Überhitzung der Säuglinge kann zu hohem Fieber, Erbrechen, Müdigkeit bzw. Ruhelosigkeit führen. Therapie ist die Temperatursenkung: weg aus der Hitze, kühle Umschläge – besonders am Kopf, (kühle) Getränke. Wenn der Zustand des Kindes sich nicht schnell verbessert, muss man zum Arzt oder ins Krankenhaus.

Tipps für den Sommer:
Wenn Sie diese Tipps beherzigen, werden Sie die heißen Tage auch mit Babys und Kleinkindern genießen und mit den Kleinen unbeschwerte Sonnenstunden erleben.

Kleidung: Die Kleidung sollte leicht und luftdurchlässig sein – aus Naturmaterialen wie Baumwolle. Wenn Kinder zu warm angezogen sind, bekommen sie leicht einen Hitzeausschlag mit Pickeln und Juckreiz. Die Hauttemperatur wird am Nacken getestet: Sie sollte angenehm warm aber nicht heiß und feucht sein.

Augen: Ein Hut mit einer breiten Krempe schützt auch die Augen und beugt einem Sonnenstich vor. Gute Sonnenbrillen gibt es auch schon für Klein-kinder!
Babys im Freien: Babys können im Kinderwagen im Garten oder auf dem Balkon schlafen, aber nur im Schatten. Eine luftige Stoffwindel über den Wagen gespannt schützt gegen Mückenstiche und Zeckenbisse.

Sonnenschutz: Säuglinge und Kleinkinder sollen überhaupt nicht in die direkte Sonne, und auch größere Kinder sollten die Mittagssonne meiden. Die Haut der Kinder ist deutlich empfindlicher gegenüber UV-Strahlen als die Haut der Erwachsenen. Sie ist dünn und  hat nur einen schwach ausgeprägten Eigenschutz. Die Produktion des braunen Hautfarbstoffes Melanin („Bräune“) ist noch gering. Erst mit ca. 6 Jahren ist die Haut eines Kindes vergleichbar mit der eines Er- wachsenen. Ein Sonnenbrand ist für Kinder gefährlich, da er die Haut langfristig schädigen kann. Wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Risiko eines bösartigen Hautkrebses (Melanom). Wolken bieten keinen vollständigen UV-Schutz, auch eine über den Kinderwagen gespannte dünne Stoffwindel stoppt nicht die gefährlichen UV-Strahlen. Babys brauchen eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, die Rücksicht auf die Bedürfnisse von Säuglingshaut nimmt. Kinder sollten nie einen Sonnenbrand bekommen!

Mehr Trinken: Gestillte Babys werden öfter gestillt. Daher ist es sehr wichtig, dass  die stillenden Mütter ausreichend trinken. Mit Beikost ernährten Kindern wird immer wieder Wasser zum Trinken angeboten. Man sollte immer eine Wasserflasche mithaben.

Kühlen: Ein feuchter Waschlappen, mit dem die Wangen und der Nacken befeuchtet werden, schafft perfekte Abkühlung, wenn es unterwegs einmal zu heiß wird.

Tragetücher: An heißen Sommertagen kann es für das Baby im Tragetuch unangenehm heiß werden, es wird unruhig und weinerlich. Besser ist im luftigen Kinderwagen herumzufahren. Überhaupt sollte man Aktivitäten im Freien nach Mög-lichkeiten in die Morgen- und Abendstunden verschieben.

im Auto: Im Sommer darf man ein Säugling oder Kleinkind unter gar keinen Umständen, nicht einmal für ein paar Minuten, allein im Auto lassen. Das Auto heizt sich sehr schnell auf und das Kind kann einen Hitzeschock bekommen, der tödlich enden kann.

Bluthochdruck – was ist das eigentlich?

Von Dr. Andrea Braunendal

Unter krankhaftem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) versteht man die dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks, die zu einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems führen. Mindestens ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung Österreichs ist an arterieller Hypertonie erkrankt. Bei den über 60-Jährigen ist etwa die Hälfte betroffen. Rund zwei Drittel aller Schlaganfälle und die Hälfte aller Herzinfarkte haben ihre Ursache in zu hohem Blutdruck.

Blutdruck – was ist das eigentlich?
Ausgehend vom Herzen als zentrale Pumpe wird das Blut durch das verzweigte Netz der Arterien und Venen  durch den Körper transportiert. Die Arterien bringen vom Herzen weg sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu den Organen. Von dort fließt es dann über die Venen wieder zum Herz zurück. Um das Blut im ganzen Körper verteilen zu können muss ein bestimmter Druck aufgebaut werden. Pro Minute pumpt das Herz ca. 5 Liter Blut durch die Gefäße. Insgesamt erfolgt die Steuerung durch ein Zusammenspiel von Herz, Niere, Gehirn und Gefäße. So wird dafür gesorgt, dass sich ihr Blutdruck den unterschiedlichen Bedingungen (Sport, Anstrengungen, Schlaf etc.) jederzeit optimal anpasst. Daher ist er keine konstante Größe.
Misst man den Blutdruck, erhält man zwei Werte: Die erste, höhere Zahl ist der systolische Wert in der Phase der Anspannung des Herzmuskels. Die zweite, niedrigere Zahl ist der diastolische Wert. Er entspricht  der Phase der Entspannung des Herzmuskels.
Wann ist der Blutdruck zu hoch?
Von einem zu hohen Blutdruck sprechen wir erst dann, wenn die Werte wiederholt bei 140/90 mmHg oder darüber liegen. Die Betonung liegt dabei auf „wiederholt“, denn um eine arterielle Hypertonie zu diagnostizieren, genügt es nicht, den Blutdruck nur einmal zu bestimmen. Dazu müssen mehrere Messungen durchgeführt werden, am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten oder idealerweise sollte ein 24h-Blutdruckmessung erfolgen.
Um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren sollten 30 Selbstmessungen durchgeführt werden. Wenn mehr als sieben Messungen über 135/85 mmHg ergeben, liegt ein Bluthochdruck vor.

Welche Schwellenwerte gelten für meinen Blutdruck?
Grundsätzlich gilt, dass der optimale durchschnittliche Blutdruck eines Erwachsenen bei 120/80 mmHg liegt. Da es uns Ärzten aber immer um das Gesamtrisiko für Schlaganfall und Herzinfarkt geht, ist jeder Patient sehr individuell zu betrachten. Für manche Patienten ist ein leicht erhöhter Blutdruck kein Problem. Bei anderen, auf die auch andere Risikofaktoren wie Diabetes, Über-gewicht, Niereninsuffizienz etc. zutreffen, sollte bereits früher  eine Behandlung in Betracht gezogen werden.

Ursachen von Bluthochdruck
Prinzipiell unterscheiden wir zwischen zwei Formen der Erkrankung: die primäre und die sekundäre Hypertonie. Bei über 90 Prozent der Betroffenen liegt eine primäre oder essenzielle Hypertonie vor. In diesen Fällen ist der Bluthochdruck selbst die Erkrankung. Wenn der Blutdruck so hoch ist, dass es zu einer akuten Schädigung des Körpers kommen kann, wird sofort mit einer blutdrucksenkenden Therapie begonnen.
Bei der sekundären Hypertonie hingegen ist der Bluthochdruck die Folge anderer Erkrankungen wie etwa der Nieren oder Nebennieren. Kann die zugrundeliegende Erkrankung erfolgreich behandelt werden, normalisieren sich meist auch die Blutdruckwerte.
Die genauen Mechanismen, die zur Entstehung einer primären oder essenziellen Hypertonie führen, sind nach wie vor nicht vollständig geklärt. Durch breit angelegte Studien ist aber bekannt, welche Faktoren die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen. Erbliche Veranlagung, Alter und Geschlecht spielen eine Rolle, können aber nicht beeinflusst werden. Sehr wohl beeinflussen können wir andere wichtige Faktoren, die das Risiko erhöhen:

Übergewicht (vor allem bauchbetont; sog. Apfeltyp)
Bewegungsmangel
dauerhafte Stressbelastung
Rauchen
hoher Salzkonsum

Warnzeichen für Bluthochdruck
Es gibt einige Alarmsignale, die auf Bluthochdruck hindeuten. Die ersten Anzeichen sind allerdings oft unklar und entwickeln sich schleichend, sodass sie für Betroffene schwer einzuordnen sind. Ein- und Durchschlafstörungen, ein unruhiger Schlaf sowie innere Unruhe und Kopfschmerzen können Auswirkungen eines erhöhten Blutdruckes sein. Probleme mit den Ohren (Ohrensausen, Geräusche im Ohr) sind ebenfalls mögliche Warnhinweise. Bei anhaltenden Warnzeichen Ihres Körpers sollten Sie zur Abklärung der Beschwerden Ihren Arzt/Ärztin aufsuchen!