Bewegung und Übergewicht

Bewegungsberatung von Dr. Björn Zeder

Von Übergewicht sprechen wir dann, wenn der Fettanteil des Körpers zu hoch ist. Ein schwergewichtiger Sportler, dessen Gewicht aber auf Muskelmasse beruht, ist daher nicht übergewichtig. Übergewicht beginnt ab einem Body-Mass-Index über 25, ab BMI größer 30 sprechen wir von Adipositas.
Leider ist es normal, dass der Fettanteil des Körpers in der zweiten Lebenshälfte, also ab dem 50. Lebensjahr, ansteigt. Damit stellt sich die Frage, was wir tun können, damit wir nicht von Jahr zu Jahr dicker werden.

Im Prinzip geht es schlicht darum, den Energieverbrauch anzukurbeln. Dafür bestehen zwei Möglichkeiten:

Erhöhung des Energieverbrauchs durch ausreichend Alltagsbewegung.
Durch Training: Auch hier wird der Energieverbrauch erhöht – allerdings mit einem wichtigen Zusatzeffekt, der bei mehr Alltagsbewegung ausbleibt: Nur hier erreichen wir auch mehr Kraft und mehr Ausdauer!

Ein Beispiel: Wenn ich 2 Stunden pro Woche Walken gehe, erspare ich mir 1 Kilo Gewichtszunahme pro Jahr.
Eine Abnahme des Körperfetts erreichen wir nur, wenn über die Nahrung weniger Energie zugeführt wird als wir verbrauchen. Wer meint, anstelle durch Bewegung und Training durch Hungerdiäten abnehmen zu können, tappt in eine Falle: Denn bei einer Hungerdiät stellt der Körper auf einen Hungerstoffwechsel um – er tut also alles, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, baut anstelle von Fett Muskelmasse ab und nichts ist mit dem Abnehmen. Daher sollte man bei der Nahrungszufuhr maximal 400kcal pro Tag einsparen. Damit stellt sich der Körper nicht in den Energiesparmodus um und wir verlieren keine wertvolle Muskelmasse!

Wieviel bringt Bewegung?
Wenn ich statt zu sitzen (z.B. auf dem Sofa vor dem Fernseher), jeden Tag 2 bis 3 Stunden stehe und gehe, verliere ich alle 3 Monate 1 kg Fett!
Wenn ich ein Training – z.B. dreimal pro Woche 40 Minuten Gehen oder Joggen – mit der Alltagsbewegung kombiniere, werde ich 1 kg Fett pro Monat abbauen, in drei Monaten also 3 kg!
Erst durch diese Bewegung kommt es zu einem dauerhaft verminderten Körpergewicht. Um dieses neue niedere Gewicht zu halten, muss der Bewegungsumfang lebenslang beibehalten werden – sonst nehme ich wieder zu!

Tipps …
… zur Alltagsbewegung:
Benützen Sie keine Rolltreppen oder Aufzüge, sondern verwenden Sie anstelle dessen die Treppen.
Parken Sie das Auto 10-15 Gehminuten entfernt vom Ziel. Sie werden sehen: Das erleichtert auch die Parkplatzsuche, spart Treibstoff und Stress.
Bei Öffis steigen Sie ein oder zwei Haltestellen früher aus. In Gratwein-Straßengel lohnt auch der Fußweg zum Bahnhof, wenn Sie in die Stadt wollen.
Benützen Sie einen Schrittzähler: Ermitteln Sie, wieviele Schritte Sie täglich im Durchschnitt zurücklegen und absolvieren Sie dann regelmäßig zusätzliche 5.000 Schritte/Tag.

für‘s Training:
Trainieren Sie immer an den gleichen Tagen zur jeweils gleichen Uhrzeit. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Wenn Sie einmal einen fixen Rhyth-mus gefunden haben, fällt es auch leichter, diesen beizubehalten.
Tragen Sie die Trainingstermine langfristig in Ihren Kalender ein, denn das schützt sie vor Ausreden: Eigentlich sollte ich heute trainieren, aber „leider“ habe ich einen Kaffeehaustermin vereinbart …

Wenn starkes Übergewicht die Bewegung hemmt
Starkes Übergewicht darf keine Ausrede sein, sich nicht oder nur wenig zu bewegen. Sie müssen die Möglichkeiten, die der Körper zulässt, umso ausgiebiger nutzen. Denn gerade bei starkem Übergewicht ist es umso wichtiger, fit und in Bewegung zu bleiben. Andernfalls steigt das Gewicht mit Sicherheit weiter. Konzentrieren Sie sich also bitte erst darauf, das Gewicht zu halten. Wenn dann mit der Zeit ihre Fitness zunimmt, kommt auch die Chance, durch ein langsames Aufbauen der Bewegung auch wieder abzunehmen.
(Alltags-)Bewegung ist alles!

Gefährliche Tiere am Mittelmeer

von Dr. Andrea Braunendal

Ich persönlich empfinde ja das Mittelmeer als „größte Badewanne der Welt“, deshalb und aufgrund der Nähe sind wohl Urlaube in Kroatien, Griechenland, Italien und Spanien so beliebt. Doch gibt es im europäischen Süden auch ein paar wenige Tiere, die für uns gefährlich werden können. Hier einige Tipps was zu beachten ist, wenn man ihnen – wenn es auch eher selten geschieht – begegnet:

An Land und an den Küsten ist zu beachten:
Kroatien ist – vor allem im Norden und eher im Landesinneren – ein Zeckenrisikogebiet. Aber als SteirerIn sollte man ohnehin gegen FSME geimpft sein.

Wespen und Bienen gibt es überall, AllergikerInnen sollten also ihr Notfallset auch im Urlaub dabei haben.

Ähnlich schmerzhaft wie ein Wespenstich ist jener des Skorpions. Skorpione sind eher mit Spinnen als mit Bienen und Wespen verwandt: BienenallergikerInnen müssen also nicht auch auf Skorpionstiche allergisch reagieren. Da aber auch Skorpionstiche eigene Allergien auslösen können, muss man im Fall des Falles einen Arzt aufsuchen. Skorpione verkriechen sich ganz gerne in Schuhen – also erst einen Blick hineinwerfen bevor man sie anzieht.

Spinnen: Die giftigste Spinne in Kroatien ist die Schwarze Witwe. Sie hält sich meist in der Nähe von Insekten bei Steinen und Mauern aufhält. Auch Spinnen huschen im Regelfall schnell davon, aber es könnte theroteisch passieren, dass man sich z.B. bei einer Steinmauer auf sie setzt. Wird man gebissen, sollte man umgehend ein Krankenhaus aufsuchen und sich ein Antiserum verabreichen lassen.

Schlangen: Giftig sind die Sand- bzw. Hornviper und die auch bei uns lebende Kreuzotter. Schlangen sind sehr scheu und flüchten eher als anzugreifen. Wer in unwegsamem Gelände unterwegs ist, kann entweder mit einem  langen Stock vor sich auf den Boden klopfen oder kleine Steinchen vor sich her werfen und so die Tiere verscheuchen. Der Biss beider Schlangen ist sehr schmerzhaft. Da die Gefahr einer Allergie oder eines anaphylaktischen Schocks gegeben ist, ist sofort ein Notarzt zu verständigen.

Im Meerwasser ist zu beachten:
Sowohl beim Schnorcheln wie beim Tauchen gilt: Beobachten Sie das Leben im Wasser, aber lassen Sie die Finger davon. Muränen, Stachelrochen und Drachenköpfe sind gefährliche Fische. Da sie sich aber in der Regel in größeren Tiefen aufhalten, sind sie lediglich für Taucher gefährlich.

Im Sand versteckt lauert das Petermännchen auf seine Beute. Seine Giftstacheln können auch Badegäste verletzen. Da es sich im Sand bis auf die Augen eingräbt ist es kaum zu sehen. Daher kann es vorkommen, dass der kleine Fisch für Verletzungen Badender sorgt. Der Schmerz setzt sofort ein und breitet sich auf benachbarte Körperregionen aus. Meist entwickelt sich eine starke Gewebeschwellung, eventuell bilden sich flüssigkeitsgefüllte Blasen. Nach 24 Stunden erscheint die Wunde oft taub und gefühllos. Erste Hilfe: Wunde von Stacheln oder Geweberesten befreien und desinfizieren. Falls nicht sofort ärztliche Hilfe erreicht werden kann, Eintauchen der betroffenen Extremität in tolerierbar heißes Wasser (ca. 45 °C), damit das auf Eiweiß basierende Gift zerstört wird. Anschließend Arzt aufsuchen.

Kugelfisch: Der aus der japanischen Küche bekannte und mit einem tödlichen Gift ausgestattete Kugelfisch erobert zunehmend das Mittelmeer. Für Badende ist er ungefährlich, da er sich nur in größeren Wassertiefen aufhält. Allerdings müssen Fischer und Angler darauf achten, diesen Fisch nicht unerkannterweise auf dem Teller landen zu lassen.

Feuerquallen: Ihre Nesseln verursachen Verletzungen, die einer Verbrennung ähneln und Narben hinterlassen können. Da man die langen Tentakel kaum rechtzeitig sieht, kommen Verletzungen immer wieder vor. Falsche Behandlungen verschlimmern die Verletzungen meist, daher halten Sie sich bitte an folgende Verhaltensregeln:
1. Nach einem Quallenkontakt Ruhe bewahren. Wer panisch um sich schlägt läuft Gefahr, noch mehr abzubekommen. Sofort ans Ufer schwimmen und die betroffene Hautstelle untersuchen.
2. Etwaiger noch anhaftender Schleim enthält weitere, noch nicht aktivierte Nesselzellen. Um zu verhindern, dass diese platzen, die Hautstelle nur mit Meerwasser oder Essig vorsichtig säubern. Niemals Süßwasser oder gar Alkohol dafür verwenden.
3. Auch Rasierschaum hilft gut, um Quallenreste zu entfernen: vorsichtig aufstreichen, eintrocknen lassen, dann mit einem Messerrücken abstreifen. Alternativ die betroffenen Hautstelle mit trockenem Sand bedecken und vorsichtig mit einem Spatel (Messerrücken, o.ä.) abstreichen.
4. Danach die Haut mit viel Eis kühlen und viel Wasser trinken.
5. Nach der ersten Kühlung abwechselnd Essigkompressen und Eiswickel einsetzen, dies wirkt rasch schmerzlindernd.
6. Lässt der Schmerz auch über eine längere Zeitspanne (über eine Stunde) nicht entscheidend nach, nehmen sie ein antiallergisches Medikament in Tablettenform oder streichen sie die betroffenen Hautstellen mit Antihistaminika, einer Kortison- oder Brandsalbe ein.
7. Bei Auftreten von Schwindel, Übelkeit oder Atemnot ist sofort ein Arzt aufzusuchen um einem Kreislauf-zusammenbruch oder einen allergischen Schock zu verhindern. Gleiches gilt für den Sonderfall, dass die Augen in Kontakt mit einer Qualle gekommen sind.
Gefährlicher, aber selten sind die Würfelqualle bzw. Mittelmeer-Seewespe sowie die Portugiesische Galeere. Für die rasche Behandlung gilt das zuvor Beschriebene.

Seeigel: Am häufigsten passieren Verletzungen, wenn man auf einen Seeigel tritt – Badeschuhe sind die beste Vorbeugung. der häufigste schwarze Seeigel ist nicht giftig. Aber seine Stacheln dringen leicht und tief in die Haut ein Da sie mit Widerhaken besetzt sind und extrem leicht abbrechen, sind sie nur schwer zu entfernen. Die Behandlung bei einem Seeigel-Stich besteht vor allem darin, möglichst schnell alle Stacheln und Stachelreste aus der Haut zu entfernen. Dickere Stacheln kann man mit einer Pinzette oder Kanüle entfernen. Alternativ kann man sie zum Beispiel mit Pflanzenöl einweichen und nach 24 Stunden mit einer Pinzette entfernen.
Bei Stacheln in oberen Hautschichten wird manchmal empfohlen, sie mithilfe von Essig aufzulösen. Dazu wird die Wunde mehrmals täglich in einer essighaltigen Lösung gebadet. In der Zwischenzeit legt man einen Verband mit einer in Essig getränkten Kompresse an.
Manchmal müssen Seeigel-Stacheln chirurgisch entfernt werden, besonders wenn sie sich in tiefere Hautschichten gebohrt haben.
Die durch Seeigel-Stiche verursachten Wunden müssen sorgfältig desinfiziert werden. Die Symptome werden entsprechend behandelt, also zum Beispiel mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten.
Bei fehlendem oder unsicherem Impfschutz erhält der Patient eine Tetanusimpfung.

 

Befragung von Pflegenden Angehörigen in Gratwein-Straßengel

Der Fachausschuss der Gemeinde Gratwein-Straßengel für Soziales, Gesundheit, Generation und Integration widmet sich 2017/2018 schwerpunktmäßig dem Thema „Pflege und Betreuung zu Hause“.

Die Marktgemeinde Gratwein-Straßengel verfügt bereits über viele Angebote, um die Pflege- und Betreuungsarbeit zu Hause zu unterstützen. Dennoch möchte die Gemeinde genauer erfahren, wo es aus Sicht von pflegenden Angehörigen Bedarf zu Information, Entlastung und Unterstützung gibt.

Der folgende Fragenbogen dient zur Bedarfserhebung in der Gemeinde und ist Grundlage für den Aus- und Aufbau von bedarfsgerechten Angeboten.

Wenn Sie zu Hause die Pflege und Betreuung eines kranken Angehörigen, eines Angehörigen mit Behinderung oder eines älteren Angehörigen übernommen haben, bitten wir Sie, den Fragebogen auszufüllen.

Ihre Antworten werden selbstverständlich anonym behandelt.

Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Hier geht’s zur Befragung:

ZUM FRAGEBOGEN

Unser Feinstaub macht uns krank

von Dr. Björn Zeder

Die Luft ist lau, der Himmel blau, der Frühling ist da. Was kümmern uns da noch die unglaublich vielen Feinstaubtage der letzten Monate? Aber keine Sorge, der Feinstaub kommt wieder. Was man dagegen tun kann? Entweder darauf warten, dass uns die Politik Heizen, Splitt/Salzstreuen und Autofahren verbietet, oder doch selbst Ver-antwortung unternehmen. Denn Feinstaub vermeiden können nur wir selbst – entweder gezwungenermaßen oder freiwillig.
In Gratwein-Straßengel gab es im Zeitraum 1. November 2016 bis 28. Februar 2017 23 Tage, in denen der vorgegebene Grenzwert übrschritten wurde. In unserer Ordination häuften sich Probleme mit extrem lange andauernden Atemwegserkrankungen und ebenso langwierigen grippalen Infekten.

Was ist Feinstaub?
Feinstaub zählt zu den gefährlichsten Luftschadstoffen für die Gesundheit, da die Staubteilchen vielfältige schädliche Wirkungen in den Atemwegen und über entzündliche Prozesse im ganzen Körper entfalten. Feinstaub besteht aus winzigen Partikeln unterschiedlicher Größe und chemischer Zusammensetzung. Als Feinstaub werden Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm und kleiner bezeichnet (10 µm = 0,01 mm).
Feinstaub hat viele verschiedene Verursacher. die wichtigsten sind der Verkehr direkt über Abgase, den Gummi-abrieb der Reifen und der Bremsen sowie indirekt über das Aufwirbeln von Staub durch das Fahren. Gerade im Winter sind es die Splitt- und Salzstreuung, die dafür den Staub produzieren. Ähnlich wichtig als Verursacher ist das Heizen: Vor allem alte Kohleheizungen, aber auch das Verbrennen von Holz in Zweitheizungen ist ein wichtiger Faktor, der im Prinzip leicht zu vermeiden wäre. Feinstaub aus der Industrie und der Landwirtschaft lässt sich im Gegensatz zu den Verursachern Verkehr und Heizen nicht kurzfristig reduzieren. Für zusätzliche, zeitlich begrenzte Spitzen sorgen Feuerwerke und natürlich auch die Osterfeuer.
Ähnlich wie Graz liegt der Raum Gratwein-Straßengel und Gratkorn in einem Becken. Hier sammelt sich im Winter die kalte, verschmutzte Luft und reichert sich immer weiter mit Feinstaub an. Linderung kann nur das Wetter durch Wind odr Niederschlag bringen.

Patient: Herr Doktor, ich huste schon seit drei Wochen, ich glaub ich brauch ein Antibiotikum, sonst hört das nie auf!
Dr. Zeder: Wenn dieser Patient ansonsten lungengesund ist, wird er in der Regel kein Antibiotikum benötigen, denn in Zeiten hoher Feinstaubbelastung ist es nun einmal so, dass wir vielleicht nicht wirklich öfter erkranken, aber oft länger krank sind, wenn uns ein grippaler Infekt erwischt hat. Dieser feine Staub belastet die Atemwege im Ausmaß von rund drei bis fünf Zigaretten täglich. Das sind allerdings Zigaretten, die auch Babys, kleine Kinder sowie kranke und alte Personen rauchen müssen.
Dass Antibiotika den Feinstaubreiz nicht beseitigen können versteht sich von selbst. Außerdem helfen sie nur bei bakteriellen Erkrankungen – grippale Infekte und auch die echte Grippe sind hingegen Virsuerkrankungen.

Patient: Herr Doktor, was kann ich den sonst tun, um bei dieser Feinstaubbelastung wieder gesund zu werden?
Dr. Zeder: Unterstützen Sie die Atemwege in ihrem  Kampf  gegen die Belastung aus der Umwelt! Und das geht nun mal am besten, wenn  wir die Schleimhäute mit Feuchtigkeit und pflanzlichen Mitteln stärken. Sich bei uns im Talkessel während hoher Feinstaubbelastung viel im Freien zu bewegen oder gar Sport zu betreiben ist für unseren Körper  eher nachteilig. Das Tragen einer Chirurgenmaske schützt gegen Feinstaub, aber das ist bei uns noch nicht so modern wie etwa in Japan.

Patient: Herr Doktor, was kann der feine Staub sonst noch Böses anrichten?
Dr. Zeder: Unsere Blutgefäße verkalken frühzeitig, was zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen führt; genauso wie durchs Rauchen,  hohes Cholesterin, hohen Blutdruck, Fettleibigkeit  usw… Das Lungenkrebs-risiko steigt ebenso wie das frühere  Auftreten der sogenannten Raucherlunge, da die Lunge schlicht und einfach früher altert.

Patient: Herr Doktor,  gibt es Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen?
Dr. Zeder: Zum Teil ja. Feinstaub kann bei  Kindern beispielsweise zu Mittelohrenzündungen führen. Das liegt an dem noch schmalen Gang zwischen Rachen und Mittelohr, die Rachenentzündung breitet sich leichter ins Mittelohr aus. Und:  Die noch nicht ausgewachsene  kindliche  Lunge ist viel anfälliger in ihrer  Entwicklung, was sich im Erwachsenenleben bemerkbar  machen wird.

Patient: Herr Doktor, ich fürchte mich schon ein wenig vor dem nächsten Winter.
Dr. Zeder: Ich  auch, wenn wieder viele Patienten aufgrund der Hartnäckigkeit ihrer Atemwegserkrankungen  ganz verzweifelt zu mir kommen!

Vielen Dank für das Interview. Also fein ist der Staub wahrhaftig nicht.

Husten: immer lästig, manchmal gefährlich

Dr.  Andrea Braunendal über ein typisches Erkältungssymptom, das in seltenen Fällen auch auf ernsthafte Erkrankungen verweisen kann.

Husten ist eines der häufigsten Symptome überhaupt. „Husten“ ist das ruckartige Ausstoßen von Luft durch Zusammenziehen der Atemmuskulatur. Die ausgestoßene Luft kann Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erlangen. Entsprechend weit fliegen die Er- reger, um sich neue Opfer zu suchen.  Das Husten ist eine Ab- wehrfunktion und dient der Rein-haltung der Atemwege. Fremdkörper, Giftstoffe, Keime und infektbedingt produziertes Sekret bzw. Schleim aus den Atemwegen werden entfernt.

Akuter Husten
Davon sprechen wir Ärzte, wenn die Beschwerden kürzer als acht Wochen andauern. Häufigste Ursache sind viral oder bakteriell bedingte Erkältungskrankheiten oder Infektionen wie Bronchitis oder Lungenentzündungen. Daher ist auch beim akuten Husten eine Abklärung durch den Hausarzt sinnvoll, vor allem wenn der Husten mit zähflüssigem Auswurf bzw. Fieber verbunden ist.

Chronischer und Keuchhusten
Von chronischem Husten spricht man, wenn dieser länger als acht Wochen anhält. Hier ist vor allem der wieder häufiger auftretende Keuchhusten von Bedeutung. Keuchhusten kann bis zu 100 Tage dauern und ist hoch ansteckend. In der ersten Phase ist er von gewöhnlichem Husten kaum zu unterscheiden. In der zweiten Phase führt er zu anfallsartigen, krampfartigen Hustenanfällen mit anschließend lautem, keuchendem Einatemgeräusch. Diese Krämpfe können insbesondere für Säuglinge und geschwächte Personen auch lebensbedrohend sein. Deshalb werden bereits Kleinkinder gegen Keuchhusten geimpft. Für Erwachsene raten die aktuellen Impf-empfehlungen zu einer regelmäßigen Auffrischung alle 10 Jahre auch im Erwachsenenalter.
In der dritten Phase klingt der Keuchhusten langsam wieder ab.
Andere, häufige Ursachen für chronischen Husten sind Asthma bronchiale und die chronische Bronchitis. Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege und gewöhnlich durch eine Entzündung und Überem-pfindlichkeit der Atemwege charakterisiert ist. Die typischen Symptome sind ein pfeifendes Atemgeräusch, Kurzatmigkeit, Beklemmungsgefühl („Brustenge“) und eben Husten.
Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn die Symptome Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren bestehen. Von dieser Erkrankung sind hauptsächlich Raucher betroffen (‚Raucherhusten‘).

Wie kann man Husten noch unterscheiden?
Neben der Dauer des Hustens ist für Arzt oder Ärztin von Bedeutung, ob Schleim gebildet wird oder nicht. Somit wird zwischen unproduktivem Husten (ohne Auswurf) und produktivem Husten (mit Auswurf) unterschieden. Unproduktiver Husten wird durch eine akute Reizung der Atemwege ausgelöst (Zigarettenrauch, Staub, Fremdkörper) oder er tritt in Verbindung mit Erkältungskrankheiten und anderen Infekten auf. Beispiele: Asthma bronchiale oder Nebenwirkungen von Medikamenten (ACE-Hemmer). In seltenen Fällen ist Reizhusten das einzige Symptom einer kleinen Lungenembolie.
Schleimproduzierender Husten wird häufig von Erkäl-tungskrankheiten, Bronchitiden, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen sowie Lungenentzündungen ausgelöst.
Bluthusten: Blutige Beimengungen im Schleim machen Angst. Einmalige, geringe Blutspuren haben aber oft harmlose Ursachen (kleine Verletzungen im Nasen-Rachenraum, Zahnfleisch- oder Nasenbluten). Allerdings: Bei schaumigem Bluthusten sowie Blutbeimengungen im Speichel über längere Zeit sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Treten die blutigen Beimengungen öfters auf, ist die Abklärung möglicher schwerwiegender Ursachen der Blutungen wie Tuberkulose, Lungen-entzündung, Lungenkrebs, Lungenembolie, Herzinsuf-fizienz etc. dringend erforderlich.

Diagnose bei Husten
Zu Beginn macht sich der Arzt oder die Ärztin im Zuge eines ausführlichen Gesprächs einen ersten Eindruck über das Krankheitsbild. Unter anderem ist es ist wichtig zu wissen, wie lange der Husten schon besteht, um welche Art von Husten es sich handelt und ob er von anderen Symptomen begleitet wird. Anschließend wird die Lunge mit dem Stethoskop abgehört. Abhängig von der möglichen Ursache des Hustens können weitere Untersuchungen notwendig werden.

Behandlung von Husten
Je nach Ursache des Hustens ist abzuwägen, ob die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden muss oder ob es genügt, das Symptom selbst zu lindern.
Bei schleimproduzierendem Husten helfen schleimlösende Medikamente (Mukolytika, Sekretolytika). Sie helfen, den zähen Schleim zu verflüssigen, der sich dann leichter abhusten lässt.  Auch Inhalationen mit Meersalz oder pflanzlichen Aufgüssen (z.B. Kamillenöl) sowie Brust-umschläge und salzhaltige Nasensprays werden oft als lindernd empfunden. Für die Verflüssigung des Schleims braucht es jedenfalls Flüssigkeit. Hier sind Tees wie Malve, Süßholz oder Thymian zu empfehlen.
Bei schleimproduzierendem Husten ist das Unterdrücken des Hustenreizes nicht zu empfehlen, da dann der Schleim nicht abgehustet wird und die Atemwege verlegt.
Hustenstillende Medikamente (Antitussiva) dürfen daher nur bei unproduktivem Reizhusten und nach einem Arztbesuch eingenommen werden. Sie wirken meist direkt im Gehirn, wo sie am Hustenzentrum den Hustenreiz dämpfen.
Gegen den nächtlichen Hustenreiz wirken auch einfache Hausmittel wie ein Löffel Honig oder Ziebelsud. Auch das Hochlagern des Oberkörpers kann Abhilfe verschaffen. l

 

Eisenmangel: unterschätzte Gefahr

Dr.  Andrea Braunendal über Symptome, Ursachen und Therapien von Eisenmangel

Eisenmangel ist eine der verbreitetsten und zu gleich unterschätztesten Mangelerscheinungen in Mitteleuropa. Am stärksten sind Frauen betroffen, durchschnittlich leidet jede 5. Frau unter Eisenmangel.
Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst produzieren kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Wichtig ist Eisen unter anderem für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und damit für den Sauerstofftransport. Zusätzlich ist Eisen Bestandteil der Kraftwerke in den Zellen und von Enzymen.

Symptome des Eisenmangels
Zu den gängigsten Erscheinungsbildern des Eisenmangels zählen die folgenden:

Symptome des zentralen Nervensystems:
Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung
Konzentrationsstörungen
Schlafstörungen
Kopfschmerzen
Gedrückte Stimmungslage
Symptome von Haut und Haaren:
Haarausfall, stumpfes Haar, brüchige Fingernägel
Eingerissene Mundwinkel („Mundecken“)
Allgemeine Symptome:
Höhere Infektanfälligkeit
Kälteempfindlichkeit
Reduzierte Ausdauerleistung
Unerklärlicher Leistungsknick
Kurzatmigkeit, rasche Ermüdung bei Anstrengung

Außerdem gibt es Hinweise, dass Eisenmangel in Zusammenhang gebracht werden kann mit:

Syndrom der unruhigen Beine – das „Restless Legs Syndrome“
Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen
Wochenbettdepression bei Frauen kurz nach der Geburt

Ist der Eisenmangel schon so weit fortgeschritten, dass er zu einer Anämie (Blutarmut) führt, können sich noch weitere Symptome einstellen:
Herzklopfen
Atemnot schon bei leichter Anstrengung
Blasse Haut und Schleimhäute

Diagnose von Eisenmangel
Da die ersten Sympome wie Müdigkeit oder Kopf-schmerzen doch recht allgemeiner Natur sind, ist auch für den Arzt die Diagnose auf Basis des klinischen Erscheinungsbildes nicht ganz einfach. Andererseits liefert schon ein einfacher Bluttest eindeutige Ergebnisse: Die aussagekräftigen Parameter liefert das Eisen-Blutbild. Sind die entsprechenden Werte zu niedrig, liegt ein Eisenmangel vor, der behoben werden muss.

Behandlung von Eisenmangel
Im Regelfall besteht der erste Schritt darin, den Körper wieder ausreichend mit Eisen zu versorgen und die Eisenspeicher aufzufüllen. Dies geschieht mit eisenhältigen Tabletten, Kapseln, Säften oder Infusionen. Wie gut die Wirkung der Therapie ist, lässt sich durch einen wiederholten Bluttest nach ca. 8 Wochen feststellen. Denn dann ist ablesbar, ob nicht nur genug Eisen im Blut ist, sondern auch, ob die Eisenspeicher wieder gefüllt sind.

Ursachen von Eisenmangel
Im zweiten Schritt ist es wichtig die Ursachen für den chronischen Eisenmangel zu finden. Die erste Möglichkeit ist, dass der Körper einen erhöhten Bedarf an Eisen hat.
Dies ist in folgenden Situationen gegeben:
Schwangerschaft und Stillzeit: Werdende und stillende Mütter haben einen bis um das sechsfache erhöhten Eisenbedarf.
Wachstum und Entwicklung bei Jugend-lichen: Auch der heranwachsende Körper hat hohe Ansprüche an die Eisenzufuhr. Kommt bei Mädchen dann noch eine starke Menstruation dazu, ist ein Eisen-mangel vorprogrammiert.
Leistungssport: Auch die vermehrte Muskelarbeit und der abgesonderte Schweiß sorgen für einen Mehrbedarf an Eisen.
Ein erhöhter Eisenbedarf ist auch in Situationen gegeben, die mit hohem Blutverlust einhergehen – also bei bestimmten Operationen, regelmäßigem Blutspenden oder bei starker Regelblutung.
Auch Vegetarier und Veganer neigen zu Eisenmangel, wenn sie der Eisenzufuhr in ihrer Ernährung nicht besondere Beachtung schenken.

Ist all dies nicht der Fall muss der Arzt verschiedene Optionen prüfen. Denn es kann auch schwerwiegende Gründe für einen Eisenmangel geben:
chronische Blutungen: Manche Erkrankungen sind mit chronischen Blutungen verbunden. Hierzu zählen vor allem chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Magen- und Darmgeschwüre und dergleichen. Auch nach Operationen im Magen-Darmtrakt muss augeschlossen werden, dass es keine Nachblutungen gibt.
Verdauungsstörungen wie Zöliakie und andere Un- verträglichkeiten wie Laktoseintoleranz können Eisenmangel hervorrufen.
Magenschutzpräparate können ebenso eine Ursache für Eisenmangel sein.
Eisenmangel kann auch ein Indiz für chronische Erkrankungen sein, die mit chronischen Entzündun-gen einher gehen: Neben den bereits genannten Magen-Darm-Entzündungen sind auch chronische Herzerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen und Krebserkrankungen in Betracht zu ziehen.

Eisen und die richtige Ernährung
Wie hoch der Eisenbedarf des Menschen ist, hängt von Alter, Geschlecht und Entwicklungsphase ab. Bei gesunden Erwachsenen bis 50 Jahren wird empfohlen täglich 10 mg (Männer) bzw. 15 mg (Frauen) aufzunehmen. Bei deutlichem Eisenmangel ist ein Ausgleich nur über die Ernährung nicht möglich, die richtige Auswahl von Lebensmitteln wirkt aber unterstützend.
Dabei wird zwischen zwei Arten von Eisen unterschieden: Häm-Eisen und Nicht-Häm-Eisen.
Häm-Eisen findet sich in rotem Fleisch und Innereien, in Fisch, Meeresfrüchten und Geflügel. Es wird etwa dreimal besser aufgenommen als pflanzliches Eisen. Beson-ders gute Eisenlieferanten sind Blutwurst oder Leber.
Nicht-Häm-Eisen kommt in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Dieses Eisen kann nicht so gut vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, außerdem ist Eisen in pflanzlichen Lebensmitteln in der Regel geringer konzentriert. Die Zufuhr sollte also regelmäßiger erfolgen. Dennoch können auch Vegetarier mit einer ausgewogenen Ernährung den täglichen Eisenbedarf decken. Einen relativ hohen Eisengehalt unter pflanzlichen Nahrungsquellen bieten Hülsenfrüchte wie Linsen, Sojabohnen oder Kichererbsen.
Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme aus den genannten Lebensmitteln. Schwarztee, Kaffee, Milchprodukte und Weißmehlprodukte verschlechtern die Eisenaufnahme   und sollten daher 30 bis 60 Minuten vor einer eisenreichen Mahlzeit vermieden werden.

 

Gicht: Ursachen und Behandlung

Dr. Andrea Braunendal über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Gicht.

Gicht – was ist das eigentlich?
Der medizinische Name der Gicht ist „Hyperurikämie“. Er bedeutet, dass zu viel Harnsäure im Blut ist. Dieser erhöhte Harnsäurespiegel kann lange unbemerkt bleiben, führt aber im Endeffekt zur klassischen Gicht – also zu stark schmerzenden Schwellungen an Gelenken, vorrangig am Grundgelenk der großen Zehe. Auslöser der Gichtanfälle sind Harnsäure-kristalle, die sich am Gelenk ablagern und dort die Schwellungen und Entzündigen verursachen.
Die Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen. Diese Purine sind wichtige Grundbausteine unserer Zellen. Sie werden größtenteils vom Körper selbst gebildet, aber auch über die Nahrung aufgenommen.
Einem erhöhten Harnsäurespiegel liegt in 90% der Fälle eine genetische Stoffwechselstörung zugrunde. Diese führt dazu, dass der Körper zuviel Purin und damit zu viel Harnsäure produziert bzw. die Niere die überschüssige Harnsäure zu wenig ausscheidet. Die Gicht als schmerzhafte Folgeerkrankung ist dabei letztlich weniger gefährlich als die langfristige Schädigung der Nieren.
Männer sind von Gicht wesentlich häufiger betroffen als Frauen. 80% der Gichtpatienten sind Männer. Bei ihnen bricht die Erkrankung meist zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr aus. Frauen erkranken wenn überhaupt meist erst nach den Wechseljahren an Gicht.

Wie gefährlich ist Gicht?
Gicht ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sie erhöht auch das Risiko für andere lebensbedrohende Erkrankungen. So tritt eine Herzinsuffizienz bei Gichtpatienten 25x häufiger auf, Myokardinfarkte 7x häufiger, Schlaganfälle 3x häufiger.

Welche Rolle spielt die Ernährung?
Wie schon erwähnt ist ein erhöhter Harnsäurespiegel zu 90% genetisch bedingt, die Ernährung ist also nur selten die wahre Ursache von Gichtanfällen. Wenn aber der Körper schon selbst zu viele Purine produziert oder die Niere zu wenig Harnsäure abbaut, dann ist purinreiche Kost natürlich das sprichwörtliche „Tüpfelchen auf dem i“. Mit der Reduzierung von purinreicher Kost kann man also Gichtanfälle vermeiden, allerdings reicht die Umstellung der Ernährung nicht aus, um den Harnsäurespiegel auf ein gesundes Maß zu senken – dazu etwas weiter unten.

Purine sind in allen Lebensmitteln vertreten, wirken sich aber je nach Herkunft unterschiedlich aus:
– Purine aus tierischen Lebensmitteln (Fleisch- und Wurstwaren) erhöhen die Harnsäurekonzentration.
– Pflanzliche Purine beeinflussen diesen Spiegel nicht.
– Purine aus Milchprodukten verringern das Risiko einer Gichterkrankung.

Nicht nur Speisen, auch Getränke wirken sich aus:
Besonders negativ wirkt sich Bier aus, wobei Weißbiere und alkoholfreie Biere die Harnsäurekonzentration besonders stark einsteigen lassen.
Auch Fructose steigert die Harnsäurekonzentration dramatisch – sie ist in Süßgetränken enthalten.
Wein wirkt sich nur gering negativ aus.
Positive Wirkung hat hingegen Kaffee. Lange bei Gicht verteufelt, zeigen neueste Studien, dass Kaffee in Maßen bei Gicht sogar positiv zu bewerten ist.
Wer unter Gicht leidet, sollte also auf Fleisch, Bier und Fruchtsäfte verzichten. Allerdings kann dieser Verzicht die medikamentöse Behandlung keinesfalls ersetzen.
Nicht nur einzelne Nahrungsmittel, auch ganz generell Übergewicht erhöht statistisch das Gichtrisiko. Wichtig ist es allerdings, das überschüssige Gewicht langsam abzubauen, dabei beim schnellen Abnehmen zu viele Purine in kurzer Zeit freigesetzt werden. Mit dem Abbau von Übergewicht senkt man übrigens auch das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck.

Die Behandlung von Gicht und erhöhter Harnsäure
Bei einem akuten Gichtanfall erfolgt umgehend eine behandlung mit stark entzündungshemmenden Medi-kamenten. Rund 14 Tage und dann je nach der Höhe der Werte nötigenfalls eine Therapie einzuleiten. Entscheidend ist es, den Harnsäurespiegel auf 6,0 mg/dl Blutserum zu senken. Dies ist auch dann notwendig, wenn keine Gichtanfälle mehr auftreten, um einer Schädigung der Nieren zu vermeiden.
Die Harnsäure wird auch im Rahmen der Gesunden-untersuchung bestimmt. Auch hier gilt: Liegt der Wert über 6,0, sollte er den Nieren zuliebe medikamentös gesenkt werden. Dies ist auch dann erforderlich, wenn noch keine Gicht aufgetreten ist.
Da es sich bei Gicht bzw. erhöhter Harnsäure im Regelfall um eine genetisch bedingte Funktionsstörung des Stoffwechsels handelt, müssen die vom Hausarzt verschriebenen Medikamente dauerhaft eingenommen werden, um den Harnsäurespiegel dort zu halten, wo er sein soll. Man darf also die Medikamente nicht einfach absetzen, wenn keine Gichtanfälle mehr auftreten bzw. wenn der Harnsäurewert erfolgreich auf das gewünschte Niveau gesenkt wurde.

Ärztliche Versorgung in der Nacht

Was nächtens unter der Woche in dringenden Fällen zu tun ist.

In unserem Arztsprengel gibt es sechs Kassenärzte für Allgemeinmedizin. Im Rahmen des Vertrages mit der Gebietskrankenkasse sind diese Ärzte zu einem Bereitschaftsdienst für Notfälle an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr verpflichtet. Die meisten dieser Ärzte beginnen ihre Bereitschaft auf freiwilliger Basis bereits am Freitag um 19 Uhr. Ebenfalls keine Verpflichtung besteht für Nachtdienste Montag bis Freitag!

Welche Regeln gelten in den Nächten unter der Woche?
Es besteht ein System für die nächtliche Versorgung, das jedoch auf Freiwilligkeit beruht. Unsere Gemeinde ist eine der wenigen, in der dieses System auch tatsächlich angeboten wird. Vier der sechs Ärzte beteiligen sich an diesem System. Damit ist die Versorgung auch in der Nacht meist gesichert.

Wie erfährt man, welcher Arzt Bereitschaft hat?
Bekanntlich gibt es für die Wochenenden klare Dienstpläne, die mit dieser Zeitung oder auch von der Gemeinde veröffentlicht werden. Unter der Woche gibt es hingegen keine öffentlich einsichtigen Pläne, da ab und zu aufgrund privater Verpflichtungen Dienste unter den Ärzten auch kurzfristig getauscht werden oder in seltenen Fällen entfallen. Der tagesaktuelle Dienstplan ist daher nur für die Ärzte selbst und für das Rote Kreuz einsichtig.
Um im Bedarfsfall zu erfahren welcher Arzt in der Nacht Dienst hat, ist die Telefonnummer 03124 141 zu wählen. Die Vorwahl 03124 ist wichtig, damit Ihr Anruf regional richtig zugeordnet werden kann. Sie werden mit einem Mitarbeiter des Roten Kreuz verbunden, der Ihnen die passende Auskunft gibt.
Da hier immer ein ausgebildeter Sanitäter als Gesprächspartner zur Verfügung steht, ist auch immer mit einer kompetenten Auskuft zu rechnen. Sollte ausnahmsweise kein Arzt Dienst haben, werden Sie informiert, an welches Krankenhaus Sie sich notfalls wenden können.
Prinzipiell ist zu sagen, dass die nächtliche Notfallversorgung in den Städten einfacher ist als am Land, da hier immer ein eigener Ärztenotdienst bereit steht. In ländlichen Regionen muss man wohl oder übel akzeptieren, dass ein derartiges System nicht finanzierbar ist.

Wichtig: die gut ausgestattete Hausapotheke
In der Nacht sind die Möglichkeiten der Ärzte ohne vollen Ordinationsbetrieb beschränkt. Häufig geht es um telefonische Beratung, ob zur Abklärung ein Krankenhaus aufgesucht werden muss oder nicht und um Empfehlungen für die Medikamenteneinnahme. Daher ist die richtige Bestückung der eigenen Hausapotheke sehr wichtig. Folgendes sollten Sie immer im Haus haben:

  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel, die nicht blutverdünnend wirken – im Idealfall sollten zwei verschiedene Wirkstoffe verfügbar sein.
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel für Kinder
  • etwas gegen Übelkeit bzw. Erbrechen
  • Krampflösendes, etwa bei Koliken
  • Antihistaminikum gegen allergische Reaktionen
  • Desinfektion als Spray und Gel
  • Heftpflaster in verschiedenen Größen
  • etwas Entzündungshemmendes und Schmerzlinerndes als Gel bei PrellungenMit dieser Zusammenstellung und der telefonsichen Beratung durch einen Arzt kann sehr häufig weitergeholfen werden – zumindest bis die Ordinationen am nächsten Tag wieder geöffnet sind. Die Auswahl der Medikamente können Sie jederzeit mit Ihrem Arzt oder einer Apotheke besprechen.

NIERE SCHÜTZEN

Dr.  Björn Zeder über das neue, steiermarkweite Projekt zum Schutz der Niere.

Meine Nieren schützen?
Ab Jänner 2016 gibt es bei uns in der Steiermark ein neues Projekt:

„ NIERE.SCHÜTZEN“

Der Hintergrund dieses Projektes ist die Tatsache, dass die Nieren-schwäche immer häufiger wird. Jeder zwanzigste Österreicher leidet bereits unter einer bedeutsamen Nierenschädigung.

Was die Niere leistet
Ihre Nieren reinigen das Blut und regulieren den Flüssig-keitshaushalt. Sie sorgen dafür, dass ein großer Teil der Stoffwechselabfälle entsorgt wird. Zudem sind sie an der Bildung von Vitamin D beteiligt und schütten das Blutbildungshormon Erythropoetin sowie das Hormon Renin aus, das Ihren Blutdruck harmonisiert.

Ursachen der Nierenschädigung
Diese Nierenschädigungen haben ihre Hauptursache in den immer häufiger auftretenden Primärerkrankungen Diabetes (Zuckerkrankheit) und Bluthochdruck.
Schädigungen der Niere werden auch „stille Töter“ genannt, da sie sich über lange Zeit beschwerdefrei entwickeln. Wenn Symptome auftreten, ist die Erkrankung meist soweit fortgeschritten, dass eine Hemmung der weiteren  Verschlechterung kaum mehr möglich ist. Am Ende kann sogar eine Blutwäsche (Dialyse) notwendig sein.

Risikofaktoren
Die Hauptrisikofaktoren kann man durch Veränderungen  des Lebensstils positiv beeinflussen – etwa Übergewicht durch Bewegung und Veränderung der Ernährungs-gewohnheiten redezieren. Auch die Einnahme von Medikamenten kann „auf die Nieren gehen“ – vor allem bei Schmerzmitteln sollte man hier Vorsicht walten lassen. Seltenere Ursachen sind angeborene oder erworbene Nierenerkrankungen. Die Nierenfunktionsschwäche selbst ist wiederum ein Risikofaktor für eine Verkalkung der Blutgefäße, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Das neue Vorsorgeprojekt ab 2016
Das neue Vorsorgeprojekt in der Steiermark richtet sich an 45- bis 60-Jährige:
Sind der Blutdruck oder das Körpergewicht hoch, liegt Diabetes vor oder eine Nierenerkrankung in der Familie, sollte der Hausarzt mit einer regelmäßigen Kontrolle der Nierenfunktion beginnen: Blut und Harn werden im Labor untersucht. Dann gibt es entweder Entwarnung oder Handlungsbedarf – und  zwar sofern die Leistung der Nieren auf unter 60% (also auf etwa der Hälfte) des Normalwertes abgefallen ist oder Eiweiß im Harn nachweisbar ist. Eine gut arbeitende Niere lässt kein Eiweiß aus dem Blut in den Harn passieren.
Jetzt heißt es den Blutdruck zu optimieren und wenn erforderlich das Cholesterin zu senken. Dies erreicht man wiederum durch die Veränderung des Lebensstils und möglicherweise auch durch Medikamente.

Die Symptome einer Nierenschwäche
Symptome einer Nierenschwäche treten erst sehr spät auf und sind auch bei vielen anderen Erkrankungen möglich:
Leistungsabfall, Juckreiz, Beinschwellungen, Übelkeit, Erbrechen und Störung der Gehirnfunktion.
Sind die Nieren stark geschädigt, muss rechtzeitig über eine Nierenersatzbehandlung aufgeklärt werden. Manchmal ist sogar eine Nierentransplantation oder eine regelmäßige Blutwäsche unumgänglich.

Wie kann ich selbst meine Nieren schützen?
Um die Niere konsequent zu schützen, sollte man die folgenden acht goldenen Regeln der Nierengesundheit beherzigen:

Regel 1: Körperlich fit und aktiv  bleiben

Regel 2: Regelmäßig Blutzucker kontrollieren

Regel 3: Blutdruck messen

Regel 4: Gesund essen und Gewicht unter Kontrolle halten

Regel 5: Gesunde Trinkmengen von 1,5 bis zwei Liter täglich

Regel 6: Rauchen aufhören

Regel 7: Vorsicht bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme (v.a. Schmerzmittel)

Regel 8: Das Überprüfen der Nierenfunktion ist notwendig, wenn einer oder mehrere der folgenden Risikofaktoren bestehen: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Nervenschwäche in der Familie

Übrigens: Seit Jänner 2016 ist das Programm NIERE.SCHÜTZEN eine Kassenleistung.
Gehen Sie regelmäßig zur VORSORGEUNTERSUCHUNG. Dann wird dieses Programm gleich mitgemacht!

 

So wichtig ist die Impfung gegen Masern

In den letzten Wochen gab es einzelne Fälle einer Erkrankung, die dank Impfungen so gut wie verschwunden war: die Masern.
Ursache ist hautpsächlich, dass die Menschen, weil es in den letzten Jahren nur noch sehr wenige Masernfälle gegeben hat, nachlässiger mit dem Impfen geworden sind und aus Mangel an Erfahrung mit den Krankheiten dem Impfen selbst skeptischer gegenüber stehen. Als verantwortungsvolle Ärztin kann ich auf Basis unzweifelhafter wissenschaftlicher Erkenntnisse und eigener Erfahrung nur dringend zur Masernimpfung raten und daran apellieren, pseudowissenchaftlichen Argumenten und Verschwörungstheorien von Impf-gegnern keinen Glauben zu schenken. Wenn Sie verunsichert sind,  stehen wir Ihnen für ein aufklärendes Gespräch gerne zur Verfügung!

Was sind die Masern?
Masern sind eine besonders ansteckende Viruserkrankung. Das heißt, so gut wie jeder nicht geimpfte Mensch bekommt Masern, wenn er Kontakt zu einem Erkrankten hat. Die Masernviren werden durch kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Wenn sich jemand angesteckt hat, bricht die Krankheit so gut wie immer aus. Von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit  vergehen 10 bis 12 Tage. Nach dem Kontakt mit einem Masern-erkrankten kann man noch 3 Tage lang geimpft werden. Typisch für Masern ist ein Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken am ganzen Körper. Schon vorher treten als erste Beschwerden Fieber, Hu- sten, Schnupfen und Bindehautentzündungen der Augen auf. Mit dem Hautausschlag wird das Fieber oft noch einmal heftiger. Nach einer Masernerkrankung besteht eine lebenslange Immunität: Man kann sich danach nicht mehr anstecken.

Masern kann man nicht behandeln
Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden, etwa das Fieber durch fiebersenkende Medikamente. Normalerweise klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Kommt es aber zu einer Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung, benötigen die Erkrankten in der Regel Antibiotika.

Mögliche Folgen der Masern
In den meisten Fällen sind die Betroffenen nach ein paar Wochen wieder gesund. Masern können jedoch auch ernste Begleiterkran-kungen hervorrufen:
Von hundert Erkrankten bekom- men etwa fünf eine Mittelohrent-zündung.
Ungefähr einer von hundert Masernkranken entwickelt eine Lungenentzündung.
Bei einem bis fünf von 5.000 Fällen tritt eine Gehirnentzündung auf. Von den Menschen, die an einer Masern-Gehirnentzündung erkranken, stirbt etwa jeder Zehnte bis Zwanzigste. Bei etwa jedem Dritten bis Fünften bleiben Gehirnschäden zurück.
In sehr seltenen Fällen – etwa einem bis zehn von 10.000 bis 100.000 – kann es noch Jahre nach einer Erkrankung zu einer besonderen Form einer immer tödlich verlaufenden Gehirnentzündung kommen.
Schätzungen zufolge versterben von 1.000 Erkrankten etwa ein bis drei an Masern und deren Folgen. Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene entwickeln häufiger schwere Komplikationen.

Die Risiken einer Masernimpfung
Am häufigsten treten an der Ein-stichstelle Hautrötungen auf, die warm und dick werden und leicht brennen – auch im Vergleich zu einer komplikationsfreien Masernerkran-kung eine harmlose Nebenwirkung. Schwere Nebenwirkungen sind so selten,   dass sie in Anbetracht der Häufigkeit von Komplikationen bis hin zu Todesfällen bei den Masern selbst kein Grund sein sollten, sich nicht impfen zu lassen.  Seit 1998 wurden in Österreich rund drei Millionen Impfdosen verabreicht, dabei kam es zu keinem einzigen bleibenden Impfschaden. Die Gegenüberstellung der Impfrisiken mit den Risiken der Erkrankung zeigt deutlich, warum man weltweit bestrebt ist, die Masern los zu werden. Immerhin sterben weltweit noch immer 17 Kinder pro Stunde an dieser Erkrankung. Dank der internationalen Impfprogramme ist die Zahl der Maserntoten in den Jahren von 2000 bis 2013 weltweit von 544.200 auf 145.700 gesunken.

Impfen als Schutz für die Gesellschaft
Aufgrund dieser hohen Ansteckungs-gefahr müssen 95% der Bevölkerung geimpft sein, damit auch die restlichen 5% gut geschützt sind. Diese 5% sollten nur noch kleine Kinder und Schwangere sein, die nicht geimpft werden können. Daher sollten aktuell insbesondere Eltern und junge Erwachsene, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Gesundheitsdienst beschäftigt sind, ihren Impfstatus überprüfen.

Die Masernimpfung erfolgt in zwei Schritten:
Die erste Impfung wird für alle Kin-der zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen, also rund um den ersten Geburtstag.
Vier bis sechs Wochen nach der ersten wird die zweite Impfung gegeben, in der Regel also noch vor dem zweiten Geburtstag. Eine frühzeitige Impfung ist wichtig, ein längerer Abstand oder eine spätere Impfung sind aber auch möglich.

Kostenlose Impfungen – so funktioniert‘s!

In Österreich werden FÜR KINDER folgende Impfungen kostenlos angeboten:
Rotavirus, Diphterie, Tetanus (Wund- starrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Kinderlähmung, Haemophilus influenza Typ B, Hepatitis B, Pneumokokken, Mumps, Masern, Röteln, Meningokokken und Humane Papillomaviren (HPV).
Für diese Impfungen bekommen Eltern entweder direkt nach der Geburt oder bei der KinderärztIn ein Impfscheckheft. Die Impfungen sind kostenlos. Es ist auch keine Rezeptgebühr für den Impfstoff zu zahlen.
Die Impfärztin/der Impfarzt füllt den Rezeptabschnitt für die jeweilige Impfung aus und stempelt ihn ab. Gegen Vorlage dieses Rezeptabschnittes erhalten Sie den Impfstoff kostenlos in der Apotheke. Der Rezeptabschnitt und der Anforderungsschein bleiben in der Apotheke.

Impfscheckheft verloren?
Ein Ersatz-Scheckheft kann entweder von Ihrem Arzt ausgestellt werden (Impfpass mitbringen) oder Sie rufen bei der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin an (Tel. 0316 82 97 27) und lassen sich ein Ersatz-Scheckheft  zusenden.

Gratis Masernimpfung für Erwachsene
Seit Mitte 2014 steht die Masernimpfung auch für Erwachsene jeden Alters gratis zur Verfügung. Den Gutschein für den Impfstoff erhalten Sie bei uns in der Ordination!