Die 24-Stunden- Blutdruckmessung

Dr. Andrea Braunendal über die Vorteile und den Ablauf der Messung des Blutdrucks über 24 Stunden.

Die Messung des Blutdrucks ist eine der essenziellen Untersu-chungen jedes Arztes. Der Blut-druck gibt Auskunft über den Zustand des Herz-Kreislauf-systems. Erzeugt wird der Druck, mit dem das Blut durch den Körper gepumpt wird, durch die Kraft des Herzmuskels. Damit das Blut auch in die entlegensten Regionen des Körpers gelangt, ist ein bestimmter Mindestdruck nötig. Ist der Druck hingegen zu hoch, werden das Herz und die Gefäße langfristig über Gebühr beansprucht.
Bestimmt werden zwei Werte: der systolische und der diastolische Wert. Der systolische Wert steht für den Druck in der Anspannungsphase des Herzmuskels, der diastolische Wert für den niedrigeren Druck in der Entspannungsphase.
Einzelmessungen sind dabei immer mit Vorsicht zu genießen, denn das Herz ist keine Maschine, die rund um die Uhr gleichmäßig ihre Arbeit verrichtet. Der Blutdruck schwankt mit der Tageszeit, ist abhängig von körperlicher Belastung und von der emotionalen Situation: So kann er etwa bei einem Arztbesuch höher sein, weil man nervöser ist.

Wann ist die 24-Stunden-Messung anzuraten?
Speziell bei Patienten mit Verdacht auf Hypertonie (Bluthochdruck) sowie zur Kontrolle einer laufenden Bluthochdrucktherapie empfiehlt sich daher eine 24-Stunden-Bludruckmessung, die dem Arzt statt einer Einzelmessung die Höhe und das Auf und Ab des Blutdrucks über einen ganzen Tag einschließlich der nächtlichen Schlafphase gibt.

Was es dazu braucht
Die Einheit der 24-Stunden-Messung besteht aus einer fix angelegten Armmanschette, die mit einem kleinen Gerät verbunden ist, das mittels Gurt am Körper fixiert ist. Beim Anlegen versucht man, einen möglichst hohen Tragekomfort zu erreichen, damit man es über die Zeit nicht als allzu störend empfindet. Dieses Gerät hat zwei Aufgaben: Der Akku-betriebene Motor sorgt dafür, dass die Manschette tagsüber alle 15 bis 30 Minuten und in der Nacht alle 30 bis 60 Minuten den Blutdruck misst. Die ermittelten Daten werden im Gerät gespeichert und können dann vom Arzt mit einer eigenen Software ausgelesen werden. So erhält er einen genauen Überblick über den Blutdruckstatus über 24 Stunden hinweg.
Natürlich spürt man jedes Mal, wenn die Blutdruckmanschette automatisch aufgeblasen wird. In der Nacht kann das als störend empfunden werden, vor allem aber kann es sein, dass man so liegt, dass die Blutdruckmessung behindert wird. Dann stoppt das Gerät automatisch den Messversuch und versucht es kurze Zeit darauf erneut.

Was man bei der Messung tun sollte
Während der 24-Stunden-Messung sollte man im Prinzip einen ganz normalen Tag verbringen – also wie gewohnt zur Arbeit gehen, Tätigkeiten im Haushalt verrichten etc. Sich diesen Tag frei zu nehmen und einen eher entspannten Urlaubstag zu verbringen ist nicht sinnvoll, da dann ja auch der Blutdruck im Durchschnitt niedriger liegen würde. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die man nicht tun sollte: Da es sich um ein elektrisches Gerät handelt, sind Duschen, Baden, Schwimmen, Wassertherapien und Strombehandlungen verboten.