NIERE SCHÜTZEN

Dr.  Björn Zeder über das neue, steiermarkweite Projekt zum Schutz der Niere.

Meine Nieren schützen?
Ab Jänner 2016 gibt es bei uns in der Steiermark ein neues Projekt:

„ NIERE.SCHÜTZEN“

Der Hintergrund dieses Projektes ist die Tatsache, dass die Nieren-schwäche immer häufiger wird. Jeder zwanzigste Österreicher leidet bereits unter einer bedeutsamen Nierenschädigung.

Was die Niere leistet
Ihre Nieren reinigen das Blut und regulieren den Flüssig-keitshaushalt. Sie sorgen dafür, dass ein großer Teil der Stoffwechselabfälle entsorgt wird. Zudem sind sie an der Bildung von Vitamin D beteiligt und schütten das Blutbildungshormon Erythropoetin sowie das Hormon Renin aus, das Ihren Blutdruck harmonisiert.

Ursachen der Nierenschädigung
Diese Nierenschädigungen haben ihre Hauptursache in den immer häufiger auftretenden Primärerkrankungen Diabetes (Zuckerkrankheit) und Bluthochdruck.
Schädigungen der Niere werden auch „stille Töter“ genannt, da sie sich über lange Zeit beschwerdefrei entwickeln. Wenn Symptome auftreten, ist die Erkrankung meist soweit fortgeschritten, dass eine Hemmung der weiteren  Verschlechterung kaum mehr möglich ist. Am Ende kann sogar eine Blutwäsche (Dialyse) notwendig sein.

Risikofaktoren
Die Hauptrisikofaktoren kann man durch Veränderungen  des Lebensstils positiv beeinflussen – etwa Übergewicht durch Bewegung und Veränderung der Ernährungs-gewohnheiten redezieren. Auch die Einnahme von Medikamenten kann „auf die Nieren gehen“ – vor allem bei Schmerzmitteln sollte man hier Vorsicht walten lassen. Seltenere Ursachen sind angeborene oder erworbene Nierenerkrankungen. Die Nierenfunktionsschwäche selbst ist wiederum ein Risikofaktor für eine Verkalkung der Blutgefäße, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Das neue Vorsorgeprojekt ab 2016
Das neue Vorsorgeprojekt in der Steiermark richtet sich an 45- bis 60-Jährige:
Sind der Blutdruck oder das Körpergewicht hoch, liegt Diabetes vor oder eine Nierenerkrankung in der Familie, sollte der Hausarzt mit einer regelmäßigen Kontrolle der Nierenfunktion beginnen: Blut und Harn werden im Labor untersucht. Dann gibt es entweder Entwarnung oder Handlungsbedarf – und  zwar sofern die Leistung der Nieren auf unter 60% (also auf etwa der Hälfte) des Normalwertes abgefallen ist oder Eiweiß im Harn nachweisbar ist. Eine gut arbeitende Niere lässt kein Eiweiß aus dem Blut in den Harn passieren.
Jetzt heißt es den Blutdruck zu optimieren und wenn erforderlich das Cholesterin zu senken. Dies erreicht man wiederum durch die Veränderung des Lebensstils und möglicherweise auch durch Medikamente.

Die Symptome einer Nierenschwäche
Symptome einer Nierenschwäche treten erst sehr spät auf und sind auch bei vielen anderen Erkrankungen möglich:
Leistungsabfall, Juckreiz, Beinschwellungen, Übelkeit, Erbrechen und Störung der Gehirnfunktion.
Sind die Nieren stark geschädigt, muss rechtzeitig über eine Nierenersatzbehandlung aufgeklärt werden. Manchmal ist sogar eine Nierentransplantation oder eine regelmäßige Blutwäsche unumgänglich.

Wie kann ich selbst meine Nieren schützen?
Um die Niere konsequent zu schützen, sollte man die folgenden acht goldenen Regeln der Nierengesundheit beherzigen:

Regel 1: Körperlich fit und aktiv  bleiben

Regel 2: Regelmäßig Blutzucker kontrollieren

Regel 3: Blutdruck messen

Regel 4: Gesund essen und Gewicht unter Kontrolle halten

Regel 5: Gesunde Trinkmengen von 1,5 bis zwei Liter täglich

Regel 6: Rauchen aufhören

Regel 7: Vorsicht bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme (v.a. Schmerzmittel)

Regel 8: Das Überprüfen der Nierenfunktion ist notwendig, wenn einer oder mehrere der folgenden Risikofaktoren bestehen: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Nervenschwäche in der Familie

Übrigens: Seit Jänner 2016 ist das Programm NIERE.SCHÜTZEN eine Kassenleistung.
Gehen Sie regelmäßig zur VORSORGEUNTERSUCHUNG. Dann wird dieses Programm gleich mitgemacht!