So wichtig ist die Impfung gegen Masern

In den letzten Wochen gab es einzelne Fälle einer Erkrankung, die dank Impfungen so gut wie verschwunden war: die Masern.
Ursache ist hautpsächlich, dass die Menschen, weil es in den letzten Jahren nur noch sehr wenige Masernfälle gegeben hat, nachlässiger mit dem Impfen geworden sind und aus Mangel an Erfahrung mit den Krankheiten dem Impfen selbst skeptischer gegenüber stehen. Als verantwortungsvolle Ärztin kann ich auf Basis unzweifelhafter wissenschaftlicher Erkenntnisse und eigener Erfahrung nur dringend zur Masernimpfung raten und daran apellieren, pseudowissenchaftlichen Argumenten und Verschwörungstheorien von Impf-gegnern keinen Glauben zu schenken. Wenn Sie verunsichert sind,  stehen wir Ihnen für ein aufklärendes Gespräch gerne zur Verfügung!

Was sind die Masern?
Masern sind eine besonders ansteckende Viruserkrankung. Das heißt, so gut wie jeder nicht geimpfte Mensch bekommt Masern, wenn er Kontakt zu einem Erkrankten hat. Die Masernviren werden durch kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Wenn sich jemand angesteckt hat, bricht die Krankheit so gut wie immer aus. Von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit  vergehen 10 bis 12 Tage. Nach dem Kontakt mit einem Masern-erkrankten kann man noch 3 Tage lang geimpft werden. Typisch für Masern ist ein Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken am ganzen Körper. Schon vorher treten als erste Beschwerden Fieber, Hu- sten, Schnupfen und Bindehautentzündungen der Augen auf. Mit dem Hautausschlag wird das Fieber oft noch einmal heftiger. Nach einer Masernerkrankung besteht eine lebenslange Immunität: Man kann sich danach nicht mehr anstecken.

Masern kann man nicht behandeln
Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden, etwa das Fieber durch fiebersenkende Medikamente. Normalerweise klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Kommt es aber zu einer Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung, benötigen die Erkrankten in der Regel Antibiotika.

Mögliche Folgen der Masern
In den meisten Fällen sind die Betroffenen nach ein paar Wochen wieder gesund. Masern können jedoch auch ernste Begleiterkran-kungen hervorrufen:
Von hundert Erkrankten bekom- men etwa fünf eine Mittelohrent-zündung.
Ungefähr einer von hundert Masernkranken entwickelt eine Lungenentzündung.
Bei einem bis fünf von 5.000 Fällen tritt eine Gehirnentzündung auf. Von den Menschen, die an einer Masern-Gehirnentzündung erkranken, stirbt etwa jeder Zehnte bis Zwanzigste. Bei etwa jedem Dritten bis Fünften bleiben Gehirnschäden zurück.
In sehr seltenen Fällen – etwa einem bis zehn von 10.000 bis 100.000 – kann es noch Jahre nach einer Erkrankung zu einer besonderen Form einer immer tödlich verlaufenden Gehirnentzündung kommen.
Schätzungen zufolge versterben von 1.000 Erkrankten etwa ein bis drei an Masern und deren Folgen. Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene entwickeln häufiger schwere Komplikationen.

Die Risiken einer Masernimpfung
Am häufigsten treten an der Ein-stichstelle Hautrötungen auf, die warm und dick werden und leicht brennen – auch im Vergleich zu einer komplikationsfreien Masernerkran-kung eine harmlose Nebenwirkung. Schwere Nebenwirkungen sind so selten,   dass sie in Anbetracht der Häufigkeit von Komplikationen bis hin zu Todesfällen bei den Masern selbst kein Grund sein sollten, sich nicht impfen zu lassen.  Seit 1998 wurden in Österreich rund drei Millionen Impfdosen verabreicht, dabei kam es zu keinem einzigen bleibenden Impfschaden. Die Gegenüberstellung der Impfrisiken mit den Risiken der Erkrankung zeigt deutlich, warum man weltweit bestrebt ist, die Masern los zu werden. Immerhin sterben weltweit noch immer 17 Kinder pro Stunde an dieser Erkrankung. Dank der internationalen Impfprogramme ist die Zahl der Maserntoten in den Jahren von 2000 bis 2013 weltweit von 544.200 auf 145.700 gesunken.

Impfen als Schutz für die Gesellschaft
Aufgrund dieser hohen Ansteckungs-gefahr müssen 95% der Bevölkerung geimpft sein, damit auch die restlichen 5% gut geschützt sind. Diese 5% sollten nur noch kleine Kinder und Schwangere sein, die nicht geimpft werden können. Daher sollten aktuell insbesondere Eltern und junge Erwachsene, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Gesundheitsdienst beschäftigt sind, ihren Impfstatus überprüfen.

Die Masernimpfung erfolgt in zwei Schritten:
Die erste Impfung wird für alle Kin-der zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen, also rund um den ersten Geburtstag.
Vier bis sechs Wochen nach der ersten wird die zweite Impfung gegeben, in der Regel also noch vor dem zweiten Geburtstag. Eine frühzeitige Impfung ist wichtig, ein längerer Abstand oder eine spätere Impfung sind aber auch möglich.

Kostenlose Impfungen – so funktioniert‘s!

In Österreich werden FÜR KINDER folgende Impfungen kostenlos angeboten:
Rotavirus, Diphterie, Tetanus (Wund- starrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Kinderlähmung, Haemophilus influenza Typ B, Hepatitis B, Pneumokokken, Mumps, Masern, Röteln, Meningokokken und Humane Papillomaviren (HPV).
Für diese Impfungen bekommen Eltern entweder direkt nach der Geburt oder bei der KinderärztIn ein Impfscheckheft. Die Impfungen sind kostenlos. Es ist auch keine Rezeptgebühr für den Impfstoff zu zahlen.
Die Impfärztin/der Impfarzt füllt den Rezeptabschnitt für die jeweilige Impfung aus und stempelt ihn ab. Gegen Vorlage dieses Rezeptabschnittes erhalten Sie den Impfstoff kostenlos in der Apotheke. Der Rezeptabschnitt und der Anforderungsschein bleiben in der Apotheke.

Impfscheckheft verloren?
Ein Ersatz-Scheckheft kann entweder von Ihrem Arzt ausgestellt werden (Impfpass mitbringen) oder Sie rufen bei der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin an (Tel. 0316 82 97 27) und lassen sich ein Ersatz-Scheckheft  zusenden.

Gratis Masernimpfung für Erwachsene
Seit Mitte 2014 steht die Masernimpfung auch für Erwachsene jeden Alters gratis zur Verfügung. Den Gutschein für den Impfstoff erhalten Sie bei uns in der Ordination!