Die 24-Stunden- Blutdruckmessung

Dr. Andrea Braunendal über die Vorteile und den Ablauf der Messung des Blutdrucks über 24 Stunden.

Die Messung des Blutdrucks ist eine der essenziellen Untersu-chungen jedes Arztes. Der Blut-druck gibt Auskunft über den Zustand des Herz-Kreislauf-systems. Erzeugt wird der Druck, mit dem das Blut durch den Körper gepumpt wird, durch die Kraft des Herzmuskels. Damit das Blut auch in die entlegensten Regionen des Körpers gelangt, ist ein bestimmter Mindestdruck nötig. Ist der Druck hingegen zu hoch, werden das Herz und die Gefäße langfristig über Gebühr beansprucht.
Bestimmt werden zwei Werte: der systolische und der diastolische Wert. Der systolische Wert steht für den Druck in der Anspannungsphase des Herzmuskels, der diastolische Wert für den niedrigeren Druck in der Entspannungsphase.
Einzelmessungen sind dabei immer mit Vorsicht zu genießen, denn das Herz ist keine Maschine, die rund um die Uhr gleichmäßig ihre Arbeit verrichtet. Der Blutdruck schwankt mit der Tageszeit, ist abhängig von körperlicher Belastung und von der emotionalen Situation: So kann er etwa bei einem Arztbesuch höher sein, weil man nervöser ist.

Wann ist die 24-Stunden-Messung anzuraten?
Speziell bei Patienten mit Verdacht auf Hypertonie (Bluthochdruck) sowie zur Kontrolle einer laufenden Bluthochdrucktherapie empfiehlt sich daher eine 24-Stunden-Bludruckmessung, die dem Arzt statt einer Einzelmessung die Höhe und das Auf und Ab des Blutdrucks über einen ganzen Tag einschließlich der nächtlichen Schlafphase gibt.

Was es dazu braucht
Die Einheit der 24-Stunden-Messung besteht aus einer fix angelegten Armmanschette, die mit einem kleinen Gerät verbunden ist, das mittels Gurt am Körper fixiert ist. Beim Anlegen versucht man, einen möglichst hohen Tragekomfort zu erreichen, damit man es über die Zeit nicht als allzu störend empfindet. Dieses Gerät hat zwei Aufgaben: Der Akku-betriebene Motor sorgt dafür, dass die Manschette tagsüber alle 15 bis 30 Minuten und in der Nacht alle 30 bis 60 Minuten den Blutdruck misst. Die ermittelten Daten werden im Gerät gespeichert und können dann vom Arzt mit einer eigenen Software ausgelesen werden. So erhält er einen genauen Überblick über den Blutdruckstatus über 24 Stunden hinweg.
Natürlich spürt man jedes Mal, wenn die Blutdruckmanschette automatisch aufgeblasen wird. In der Nacht kann das als störend empfunden werden, vor allem aber kann es sein, dass man so liegt, dass die Blutdruckmessung behindert wird. Dann stoppt das Gerät automatisch den Messversuch und versucht es kurze Zeit darauf erneut.

Was man bei der Messung tun sollte
Während der 24-Stunden-Messung sollte man im Prinzip einen ganz normalen Tag verbringen – also wie gewohnt zur Arbeit gehen, Tätigkeiten im Haushalt verrichten etc. Sich diesen Tag frei zu nehmen und einen eher entspannten Urlaubstag zu verbringen ist nicht sinnvoll, da dann ja auch der Blutdruck im Durchschnitt niedriger liegen würde. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die man nicht tun sollte: Da es sich um ein elektrisches Gerät handelt, sind Duschen, Baden, Schwimmen, Wassertherapien und Strombehandlungen verboten.

Von der Gruppenpraxis zum Gesundheitszentrum

Die wichtigsten Veränderungen auf einen Blick:

  1. Was ist ein „Gesundheitszentrum“?

Wie sie, liebe Patientinnen und Patienten, schon verschiedensten Medien entnehmen konnten, haben wir beschlossen, unsere Ordination in ein „Gesundheitszentrum“ umzuwandeln. Dieses Wort erklärt nicht viel, denn ein Zentrum sind wir ja schon lange. Daher zuerst einmal eine Begriffserklärung:

In der Gesundheitspolitik gibt es den Begriff „Primär-versorgungszentrum (PVZ)“ bzw. „Primärversorgungseinheit (PVE)“. Da man wohl zurecht der Meinung ist, dass niemand versteht, was das denn bedeuten soll, bevorzugt man in der Steiermark den Allerweltsbegriff „Gesundheitszentrum“. Das geht zwar leichter über die Lippen, sagt aber auch nichts aus.

Was damit gemeint ist
In der traditionellen österreichischen Kassenpraxis ist ein Arzt für seine Patienten da. Möglichst rund um die Uhr werden Leiden aller Art versorgt, die Arbeitsbelastung ist groß, Zeit für die Familie gibt es so gut wie keine. Was noch hinzukommt: Man ist als Arzt auf sich alleine gestellt, kann sich zu einzelnen Patienten kaum austauschen.
Im „Gesundheitszentrum“ hingegen sollen zumindest drei praktische Ärzte da sein, die sich die Arbeit aufteilen können und ihr Wissen und ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Dieses System hat natürlich für Ärzte ebenso wie für Patienten deutliche Vorteile.
In der steirischen bzw. österreichischen Gesundheits-politik kommt noch ein weiterer, sehr wesentlicher Faktor hinzu: Diese Gesundheitszentren können auch mit längeren Öffnungszeiten mehr Patienten betreuen. Damit sollte sich auch der Ansturm auf die Spitals-ambulanzen reduzieren, Kosten werden eingespart und man kann die Bettenzahl in den Spitälern reduzieren ohne die Gesundheitsversorgung zu verschlechtern – zumindest theoretisch.

Was bedeutet das nun konkret für unser Ärztezentrum?
Unser Ärztezentrum besteht organisatorisch aus zwei Teilen: Im Mittelpunkt steht die Gruppenpraxis Dr. Braunendal – Dr. Zeder als Kassenpraxis. Alle anderen in unserem Zentrum sind Untermieter und agieren selbstständig. Daran wird sich auch weiterhin nichts ändern.
Allerdings wird die Gruppenpraxis selbst in ein „Gesund-heitszentrum“ umgewandelt:

Schritt 1 – Ausweitung der Öffnungszeiten
Als „Gesundheitszentrum“ müssen wir pro Woche 40 Stunden Ordinationszeiten (Arzt ist anwesend) und zehn zusätzliche Stunden telefonische Erreichbarkeit anbieten.
Wir setzen diese neue Verpflichtung in drei Schritten um:

Seit Montag, 5. August 2019 öffnet unser „Gesundheitszentrum“ nicht erst um 8 Uhr früh, sondern bereits um 7 Uhr.
Ab dieser Woche verschieben sich auch die Nach-mittagsordinationen: Statt von 16.30 bis 19 Uhr werden wir von 16 Uhr bis 18.30 geöffnet haben.
Ab Montag, 2. September 2019 ist auch jeden Montag nachmittags geöffnet, und ab Oktober 2019 auch die Mittwoch-Nachmittage.

Schritt 2 – mehr praktische Ärzte, mehr Personal
Um die neuen Ordinationszeiten auch durchgehend mit Ärzten besetzen zu können, brauchen Dr. Andrea Braunendal und Dr. Björn Zeder Unterstützung. Schließlich gibt es ja auch noch Hausbesuche, die betreuung von Pflegeheimen und die organisatorischen Arbeiten.
Unsere Patientinnen und Patienten kennen seit vielen Jahren Dr. Katharina Hadayer-Ingolic und seit einigen Monaten auch Dr. Veronika Polz als Vetretungsärztinnen, die einspringen, wenn Urlaube, Fortbildungen oder Krankenstände anstehen. Die beiden Ärztinnen werden nun in den Regelbetrieb der Ordination integriert.
Wir bemühen uns dabei ein System zu schaffen, in dem alle vier Ärzte ihre fixen Ordinationszeiten haben: Das ist uns wichtig, denn nur so können wir die Idee des Hausarztes aufrecht erhalten.
Aktuell sind es unsere Patienten gewohnt, dass immer zwei Ärzte anwesend sind. Wir müssen nun in der Startphase ausprobieren, ob an den zusätzlichen Nach-mittagen (erst Montag, später Montag und Mittwoch) ein Arzt ausreichend ist. Wir werden hier in der Besetzung der Öffnungszeiten mit den vier Ärzten einiges ausprobieren müssen – wir bitten Sie daher um etwas Geduld bis wir einen fixen Plan haben, welcher Arzt wann ordiniert.
Längere Öffnungszeiten bedeuten natürlich auch einen zusätzlichen Personalbedarf. Da neue Kräfte erst eingeschult werden müssen, ist auch das ein Grund, warum wir die Öffnungszeiten nicht sofort auf 40 Stunden umstellen, sondern die Ausweitung Schritt für Schritt vornehmen.

Schritt 2 – zusätzliche Angebote

Nach dem Plan der Gesundheitspolitik soll aber ein „Gesundheitszentrum“ mehr leisten als längere Öff-nungszeiten:
Österreich hat bekanntlich ein hervorragendes Gesund-heitssystem, dass der Bevölkerung vor allem einen im internationalen Vergleich nahezu einzigartigen Vorteil bietet: Die medizinische Versorgung ist so gut wie kostenlos. Alle können im Prinzip jederzeit zum Arzt oder ins Krankenhaus, ohne dafür sofort und direkt bezahlen zu müssen (auch wenn es zusätzlich kostenpflichtige Angebote wie Wahl- und Privatärzte bzw. private Sana-torien etc. gibt).
Dennoch – aber vielleicht auch gerade deshalb – hinken wir im internationalen Vergleich in einem nicht ganz unwichtigen Parameter hinterher: Wir werden zwar im Durchschnitt sehr alt – Männer im Durchschnitt 79,29 Jahre, Frauen 84,01 Jahre -, aber: Davon erleben wir nur 57 Jahre beschwerdefrei, im EU-Durchschnitt sind es aber rund 64 Jahre.
Woran es bei uns mangelt ist die persönliche Gesund-heitsvorsorge, also das Bewusstsein, im Alltag selbst etwas dazu beizutragen, gesund zu bleiben. Dass Ärzte und Spitäler so einfach zugänglich sind, spielt dabei wohl durchaus eine Rolle …
Um daran etwas zu ändern, wird den neuen „Gesundheitszentren“ und damit auch uns eine neue Aufgabe zuteil: Wir kümmern uns nicht nur um akut Kranke, sondern sollen unsere Patientinnen und Patienten auch dabei unterstützen, länger gesund zu bleiben. Ge- meint sind damit nicht die klassischen Alltagswehwehchen wie Husten, Schnupfen, Übelkeit und dann und wann kleinere Verletzungen, die eben passieren. Gemeint ist vielmehr ein Gesundheitszustand bzw. ein Lebensstil, der absehbar zu chronischen Erkrankungen führt: Das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, den einen oder anderen Krebstyp lässt sich durch einen gesünderen Lebensstil verringern.
Dazu braucht es aber mehr als dezente Hinweise des Hausarztes nach dem Motto:
Sie sollten mit dem Rauchen aufhören!
Trinken Sie weniger Alkohol!
Essen Sie gesünder und machen Sie mehr Bewegung!
Was es tatsächlich braucht, sind eigene, speziell ausgebildete Experten, die dabei helfen, diese Ziele auch tatsächlich umzusetzen. Denn alleine schafft das bekanntlich kaum jemand.
In unserem Gesundheitszentrum werden Sie daher im Laufe der Zeit zusätzliche Angebote finden und wir Ärzte sind gefordert, Sie davon zu überzeugen, diese Angebote auch anzunehmen:

1) Akut-Physiotherapie
Erkrankungen des Bewegungsapparates sind Alltag in unserer Ordination: Rückenschmerzen von der Lende bis zum Hals, Gelenksprobleme (Hüfte, Knie, Schulter) etc. sind Standard und enden häufig in Operationen. Physiotherapeuten wie jene des bei uns eingemieteten Team Xundpfleger oder in Reha-Kliniken sind dann gefordert, postoperativ begleitend zur Seite zu stehen. Bis es zur Operation kommt, helfen wir Hausärzte mit Spritzen und Schmerzmitteln.
Im neuen „Gesundheitszentrum“ wird es einen eigenen Physiotherapeuten geben, der bei akuten Beschwerden möglichst rasch für eine Therapieeinheit zur Verfügung steht: Bevor wir einfach nur die Schmerzen unterdrücken, soll der Therapeut feststellen, welche Probleme Ihr Bewegungsapparat eigentlich hat und Ihnen wenn möglich Übungen zeigen und empfehlen, die auf das zugrundeliegende Problem abzielen. Dieses Angebot wird für unsere Patienten kostenlos sein, kann und soll aber eine längere physiotherapeutische Behandlung nicht ersetzen!

2) Ernährungsberatung
Sie sollten abnehmen und wissen nicht wie? Richtiges und nachhaltiges Abnehmen funktioniert nur über eine Umstellung der Ernährung. Ein schwieriges Unterfangen, das noch schwieriger ist, wenn es nicht nur um die eigenen Gewohnheiten geht, sondern eine ganze Familie mit am Tisch sitzt.
Sie werden bei uns daher zukünftig eine eigene Diätologin im Haus finden, mit der Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten besprechen und professionell begleitet verändern können.

3) Raucherentwöhnung
Auch zu diesem Thema wird es regelmäßig eine erfahrene Fachkraft vor Ort geben, die Ihnen hilft, Ihre Ab- hängigkeit in den Griff zu bekommen.
4) Psychotherapie
Eine kranke Seele macht auch den Körper krank. Ob drohendes Burnout oder seelische Belastungen in der Familie, am Arbeitsplatz, das Verarbeiten dramatischer Erlebnisse wie Todesfälle: Auch hier werden wir Ihnen für ein Erstgespräch eine Psychotherapeutin anbieten, die Ihnen weiterhelfen kann.

5) Sozialhilfe
Auch eine Sozialhelferin soll zu fixen Terminen im neuen Zentrum anwesend sein. Ihre Aufgabe ist es, bei verschiedensten sozialen Fragen von Angeboten für Jugendliche bis zu Möglichkeiten rund um Krankheit und Pflege Auskunft zu geben. Thema sind dabei die Angebote selbst, aber auch Fragen zu Finanzierung und Förderung.
6) medizinische Vorsorgeprogramme
Ob Diabetes, Bluthochdruck oder Probleme mit der Niere: Für derartige chronische Erkrankungen gibt es medizinische Begleitprogramme, die dafür sorgen sollen, dass das bestehende Problem nicht größer wird.
Im Behandlungsalltag einer Kassenpraxis bleibt für die Patientenbetreuung innerhalb dieser erprobten Pro- gramme leider zu wenig Zeit. Mit mehr Ärzten und einer anderen Arbeitsaufteilung innerhalb unseres Teams wird sich das ändern und wir werden betroffene Patienten vermehrt und besser betreuen können.

Alle diese zusätzlichen Angebote werden wir im Laufe der Zeit Schritt für Schritt in das Angebot unseres Gesundheitszentrums integrieren!

Infektion der Harnwege

Dr.  Andrea Braunendal über Ursache, Diagnose und Behandlung von Harnwegsinfekten

Vor allem Frauen kennen das lästige Problem der Harnwegs-infekte. Gemeint sind damit Ent-zündungen, die im Regelfall den Harnleiter und die Blase betreffen. Die Blasenentzündung wird typischerweise von vermehrtem Harndrang, häufigem Harn lassen, Unterbauchschmerzen und Krämpfen sowie einem Brennen beim Urinieren begleitet. Auch ungewollter Urinverlust, Blutbeimengung im Urin und Genitalschmerzen können auftreten. Als allgemeine Beschwerden können ein Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Fieber und Schüttelfrost hinzukommen – vor allem bei älteren Menschen. Das beste Anzeichen für eine akute Blasenentzündung ist dabei der häufige Harndrang.

Ursachen von Harnwegsinfekten
Ausgelöst werden Harnwegsinfekte in 95-98% der Fälle durch den Aufstieg von Darmbakterien über die Harnröhre in Richtung Blase. Diese Bakterien sind durchaus ein normaler Teil einer gesunden Darmflora, gehören aber eben nicht in die Harnröhre.
Warum Frauen so viel häufiger betroffen sind, lässt sich anatomisch einfacher erklären: Zum einen ist die weibliche Harnröhre und damit der Weg zur Blase sehr viel kürzer, zum anderen liegen Darmausgang (Anus) und Harnröhre näher beieinander. Auch das Sexualleben – sehr häufiger Geschlechtsverkehr oder die Art der Empfängnisverhütung sind mögliche Auslöser. Mit zunehmendem Alter spielt auch die Verän-derung des Hormonhaushalts mit der Menopause eine Rolle.
Schwieriger ist die Sachlage bei Männern: Da hier die bei Frauen oft einfach erklärbare Infektionsursache nicht so sehr zum Tragen kommt, basieren die wesentlich selteneren Infekte auf komplizierteren Ursachen wie Diabetes mellitus, Harnsteinen, Prostatabeschwerden etc.

Die Behandlung einer klassischen Blasenentzündung erfolgt meist mit Antibiotika, wobei wir in der Behand-lungspraxis leider feststellen müssen, dass die oft zitierten Antibiotikaresistenzen, ausgelöst durch die zu häufige Verwendung, immer öfter zur Wirkungslosigkeit dieser Therapie führen. Die Rate der Spontanheilungen (also ohne Antibiotikabehandlung) liegt bei akuten, un-komplizierten Harnblasenentzündungen bei 30 bis 50%.
Daher sollte man nicht unbedingt und in jedem Fall  Antibiotika nutzen oder vorab eine Harnkultur zur Bestimmung des verursachenden Keims machen. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, je nach Schwere der Infektion kann unter Umständen die Antibiotikatherapie hinausgezögert oder darauf verzichtet werden. Jedenfalls behandelt werden die schmerzhaften Symptome wie das Brennen beim Wasserlassen oder Krämpfe.

Vorbeugung von Harnwegsinfekten
Hier gibt es vor allem für Frauen eine Fülle von Tipps, mit denen man die Infektionsgefahr verringern kann:

  • Trinken Sie circa 2 Liter Flüssigkeit am Tag – bei einer akuten Entzündung als Therapie übermäßig viel zu trinken, hat jedoch keinen positiven Effekt. Manchen Säften (Preiselbeere, Cranberry) sagt man nach, dass sie die Abheilung einer Entzündung fördern können – sie ersetzen aber nicht den Arztbesuch!
  • Gehen Sie bald, nach jedem Geschlechtsverkehr, auf die Toilette.
    Halten Sie sich warm, wechseln Sie nasse Kleidung (Badeanzüge!) so schnell wie möglich.
  • Gehen Sie bei Harndrang eher rasch auf die Toilette – normal ist tagsüber 4-6 mal, 0 oder einmal in der Nacht.
  • Nach dem Stuhlgang von vorne (Scheide) nach hinten (After) abwischen.
  • Intimhygiene: Der Intimbereich ist grundsätzlich durch eine saure Flora vor Infektionen geschützt. Übertrieben häufiges und intensives Waschen – vor allem das Benutzen von Seife, Desinfektionsmitteln, Sprays und Lotionen zerstört den natürlichen Schutzfilm und erhöht damit die Infektionsanfälligkeit. Am besten nur mit warmem Wasser waschen. Auch Wannenbäder sollten wenn möglich ohne Zusätze erfolgen.
  • Alle Männer sollten täglich die Vorhaut, bzw. die Eichel reinigen. Auch hier ist übertriebene Hygiene (Seife & Co) eher kontraproduktiv.

Eisenmangel bei Frauen & im Alter

Teil 1 / Eisenmangel bei Frauen

Dr. Björn Zeder

Was Frauen mit starker Regelblutung wissen sollten

Starke Monatsblutungen können auf Dauer zu Eisenmangel führen. Müdigkeit, Konzentrations-probleme, Haarausfall, brüchige Nägel und Antriebslosigkeit sind die möglichen Folgen. Regel-mäßige Eisenkontrollen im Blut helfen, den persönlichen Eisen-status im Blick zu haben und bei Bedarf rasch mit einer Eisen-therapie gegenzusteuern.

Eisenbedarf und Ernährung
Es ist eine einfache Rechnung: Über die Ernährung werden in der Regel täglich 10-15 mg Eisen aufgenommen. Allerdings verwertet der Körper davon nur etwa 10%, also maximal 1,5 mg. Durchschnittlich 1,2 mg gehen über ausfallende Haare, Schweiß, Urin, Stuhl und Haut-abschilferungen pro Tag verloren. Dieser Bedarf kann mit dem aufgenommenen Eisen gedeckt werden. Zumindest bei Männern.

Aus der Balance
Denn bezieht man die monatlichen Regelblutungen der Frau in die Rechnung mit ein, verschiebt sich das Verhältnis zwischen Zufuhr und Verlust von Eisen ins Negative. Denn während einer normalen Monatsblutung verliert eine Frau zwischen 5 und  80 ml Blut. Das entspricht einem Eisenverlust von 2,5 mg bis 40 mg. Frauen mit starker Regelblutung verlieren sogar mehr als 80 ml Blut pro Zyklus. Das Risiko, dass  sich dadurch auf Dauer ein Eisenmangel entwickelt, ist hoch.
Viele Frauen bemerken diese schleichende Entwicklung zunächst nicht. Vermuten sie einen Eisenmangel als Grund für ihre Beschwerden, folgt in der Regel der Versuch, mit eisenhaltiger Nahrung die Speicher wieder aufzufüllen. Auch hierzu eine einfache Rechnung: In 10 dag Rindfleisch sind ca. 2 mg Eisen enthalten. Wenn von diesen 2 mg etwa 10% vom Körper aufgenommen werden, müsste eine Frau pro Monat rund 1,5 kg Rindfleisch essen, um 2,5 mg Eisenverlust bei schwacher Blutung und 20 kg (!) Rindfleisch, um 40 mg Eisenverlust bei starker Blutung zu decken!
Viele Frauen unterschätzen, wie hoch ihr Blutverlust durch die Menstruation tatsächlich ist. Und sie überschätzen häufig die Möglichkeiten der Eisenaufnahme über die Nahrung. Es lohnt sich daher, den Eisenstatus kontrollieren zu lassen und gegebenenfalls rechtzeitig eine Eisentherapie zu beginnen!
Alle notwendigen Untersuchungen und gegebenenfalls nötigen Therapien bieten wir in unserer Ordination!

Teil 2 / Eisenmangel im Alter

Dr. Andrea Braunendal

Über den häufigen Zusammenhang von Anemie und Eisenmangel

Bei der Behandlung pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten – sei es in Pflegeheimen oder in häuslicher Betreuung – ist Anämie, also Blutarmut eine häufige Diagnose. Unter dieser Blutarmut versteht man eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Ery-throzyten), des roten Blutfarb-stoffes (Hämoglobin) im Blut und/oder des Anteils der Erythrozyten am Gesamtvolumen (Hämatokrit). Anämie führt zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schwäche und fördert damit die allgemeine körperliche Schwächung der betagten Patienten. Bei zusätzlichen akuten Erkrankungen ist der geschwächte Organismus auch immer schlechter in der Lage zu regenerieren.

Ursachen der Anämie
Der Hämoglobinspiegel fällt bei Männern und Frauen mit zunehmenden Lebensalter ab, bleibt jedoch bei Gesunden im definierten Normbereich.
Besteht eine Anämie, definiert als Unterschreiten dieses Normbereichs, sollte daher die Ursache geklärt werden.  Akute Ursachen einer Anämie wie z.B. Blutungen oder eine Hämolyse sind selten. Weitaus häufiger ist es ein schleichender Prozess, der zu einer Anämie führt. Aus-löser dieses Prozesses sind häufig Eisenmangel sowie  chronische Erkrankungen, die gerade bei pflegebedürf-tigen Patienten alltätglich sind.

Therapiemöglichkeiten bei Eisenmangel
Wichtige Eisenlieferanten in der Nahrung sind rotes Fleisch und Innereien, Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel. Besonders gute Eisenlieferanten sind Blutwurst oder Leber. Einen relativ hohen Eisengehalt unter pflanzlichen Nahrungsquellen bieten Hülsenfrüchte wie Linsen, Sojabohnen oder Kichererbsen.
All dies gehört kaum und schon gar nicht in ausreichender Menge zum täglichen Speiseplan betagter Menschen:
Sie essen grundsätzlich wenig und haben häufig Probleme mit dem Kauen und Schlucken fester Nahrung.
Daher ist es nötig, Eisen zusätzlich zu verabreichen. Dazu gibt es unterschiedliche Eisenpräparate in Tabletten- oder Kapselform, die regelmäßig eingenommen werden sollten. Ideal ist die Einahme zwischen den Mahlzeiten, da viele Lebensmittel die Eisenaufnahme hemmen. Wenn Patienten auf die orale Aufnahme von Eisen negativ reagieren – etwa mit Überkeit oder Durchfall – kann Eisen auch intravenös verabreicht werden.

Wenn die Ohren schmerzen

und wie man die vielfältigen Ursachen rechtzeitig behandelt,  
von Dr. Andrea Braunendal

Ohrenschmerzen gehören zu den häufigeren Beschwerden in der kalten Jahreszeit. Dabei können sie verschiedene Ursachen haben und es können verschiedene Teile des Ohres betroffen sein.
Daher ist es ratsam rasch einen Arzt aufzusuchen, um mit der Be- handlug möglichst früh an der richtigen Stelle zu beginnen.

Entzündungen der Ohrmuschel
Entzündungen der Ohrmuschel können bakteriell, allergisch oder durch Pilzinfektionen bedingt sein. Auch ein Sonnenbrand – nicht nur im Sommer, sondern auch beim Wintersport – kann zu Entzündungen führen. Diese Entzündungen der Ohrmuschel können sehr schmerzhaft sein und sollten von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Je nach Schwere der Entzündung erfolgt die Behandlung der betroffenen Stelle lokal oder durch eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika.

Verletzungen der Ohrmuschel
Verletzungen der Ohrmuschel wie Rissquetschwunden oder Blutergüsse sollten ebenfalls von einem Arzt behandelt werden. Denn es besteht immer die Gefahr, dass sich der Knorpel der Ohrmuschel in Folge der Verletzung entzündet, was bis zum Verlust von Teilen der Ohrmuschel führen kann.

Entzündungen des äußeren Gehörgangs
Der äußere Gehörgang reicht von der Ohrmuschel bis zum Trommelfell und ist 2 bis 2,5 cm lang. Entzündungen des äußeren Gehörgangs können verschiedene Ursachen haben. Meist sind es Baktieren oder Pilze, die für die Infektion verantwortlich sind, selten Allergien. Im Gehörgang befinden sich kleine Borstenhaare und das Ohrenschmalz, das aus Talg und abgestoßenen Haut-schuppen besteht. Die Borstenhaare befördern das Ohrenschmalz und mit ihm Verunreinigungen nach außen. Fehlt diese Schutzschicht, ist die Haut im Gehörgang anfälliger für Entzündungen.
Ursache für das Fehlen der wichtigen Schutzschicht sind oft das zu häufige Reinigen mit Wattestäbchen oder Rückstände von Haarshampoos und Kosmetika, die den oberflächlichen PH-Wert verändern. Das Infektionsrisiko steigt bei:

  • Feuchtigkeit im Ohr nach dem Baden oder Schwimmen, vor allem bei knöchernen Einengungen des Gehörgangs (Exostosen)
  • Häufiges Schwimmen in Chlorwasser, da das Chlor die Gehörgangshaut austrocknet
  • Irritationen oder Verletzungen durch Wattestäbchen und Ohrenstöpsel, die zu tief ins Ohr gelangen
  • trockene, empfindliche Gehörgangshaut bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Neurodermitis
  • Vorliegen von Diabetes oder anderen Krankheiten, die das Auftreten von Infektionen begünstigen
  • Allergien gegen Seifen, Haarsprays, Kosmetika oder gegen Ohrpassstücke von Hörgeräten

Symptome und Behandlung der Ohrenentzündung
Bei bakteriellen oder pilzbedingten Entzündungen des äußeren Gehörgangs:
Juckreiz, Rötung, starke Schmerzen, Anschwellen des Gehörgangs, Schmerz bei Druck auf den Tragus (knorpelige Erhebung vor dem Gehörgang) oder beim Ziehen an der Ohrmuschel, Ausfluss aus dem Ohr, Hörminderung, Schmerzen beim Kauen

Die Behandlung beginnt mit der Reinigung des Ohres, bei der Sekret und Hautschuppen abgesaugt werden. Wenn erforderlich, werden entzündungshemmende oder pilzabtötende Ohrstreifen eingelegt. In schweren Fällen können Antibiotika in Kombination mit schmerzstillenden Mitteln verabreicht werden.

Gehörgangsverschluss
Dieser Verschluss bildet sich, wenn sich so viel Ohrenschmalz ansammelt, dass sich ein Pfropfen bildet. Dieser Pfropfen kann beim Baden oder Duschen aufquellen, den Gehörgang verstopfen und dann gegen die empfindliche Innenwand drücken. In Folge leidet man unter einer Hörminderung und unter Schmerzen. Dieser Propfen kann vom Arzt herausgespült oder mit Saugern und kleinen Zangen entfernt werden. Wattestäbchen sollten keinesfalls verwendet werden, da man den Pfropfen nur weiter in den Gehörgang drückt und das Trommelfell verletzen kann.
Fremdkörper im Ohr kommen eher bei Kindern vor, müssen aber jedenfalls immer von einem Spezialisten entfernt werden.

Verletzungen des Trommelfells
Direkte Verletzungen des Trommelfells werden von spi-tzen Gegenständen wie beispielsweise von Bleistiften, Stricknadeln oder Wattestäbchen, bei denen die Watte abgerutscht ist, verursacht. Typisch sind plötzliche, starke Schmerzen und das Austreten von Blut oder Flüssigkeit, verbunden mit Schwindel,  Hörverlust und  Ohrgeräuschen.
Indirekte Verletzungen können durch Luftdruckver-änderungen (Schlag aufs Ohr, Explosionen, Tauchunfälle) ausgelöst werden oder sie sind Folge einer Mittelohrentzündung.
Kleinere Trommelfellverletzungen heilen in der Regel von selbst ab. Nur  bei größeren Verletzungen ist unter Umständen eine Operation nötig.

Akute und chronische Mittelohrentzündung
Mittelohrentzündungen sind bei Kindern häufig, bei Erwachsenen selten. Siehe dazu den Artikel von Dr. Sirkka-Liisa Zeder in unserer aktuellen Ordinationszeitung, Ausgabe 1/2018.

Andere Ursachen für Ohrenschmerzen
Die Ursache für Ohrenschmerzen muss nicht immer im Ohr selbst liegen: Auch Erkrankungen der Zähne, des Kiefergelenks, des Mund-/Rachenbereichs,  der Ohr-speicheldrüse oder die Halswirbelsäule können die Ursache sein. l

 

Bewegung und Übergewicht

Bewegungsberatung von Dr. Björn Zeder

Von Übergewicht sprechen wir dann, wenn der Fettanteil des Körpers zu hoch ist. Ein schwergewichtiger Sportler, dessen Gewicht aber auf Muskelmasse beruht, ist daher nicht übergewichtig. Übergewicht beginnt ab einem Body-Mass-Index über 25, ab BMI größer 30 sprechen wir von Adipositas.
Leider ist es normal, dass der Fettanteil des Körpers in der zweiten Lebenshälfte, also ab dem 50. Lebensjahr, ansteigt. Damit stellt sich die Frage, was wir tun können, damit wir nicht von Jahr zu Jahr dicker werden.

Im Prinzip geht es schlicht darum, den Energieverbrauch anzukurbeln. Dafür bestehen zwei Möglichkeiten:

Erhöhung des Energieverbrauchs durch ausreichend Alltagsbewegung.
Durch Training: Auch hier wird der Energieverbrauch erhöht – allerdings mit einem wichtigen Zusatzeffekt, der bei mehr Alltagsbewegung ausbleibt: Nur hier erreichen wir auch mehr Kraft und mehr Ausdauer!

Ein Beispiel: Wenn ich 2 Stunden pro Woche Walken gehe, erspare ich mir 1 Kilo Gewichtszunahme pro Jahr.
Eine Abnahme des Körperfetts erreichen wir nur, wenn über die Nahrung weniger Energie zugeführt wird als wir verbrauchen. Wer meint, anstelle durch Bewegung und Training durch Hungerdiäten abnehmen zu können, tappt in eine Falle: Denn bei einer Hungerdiät stellt der Körper auf einen Hungerstoffwechsel um – er tut also alles, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, baut anstelle von Fett Muskelmasse ab und nichts ist mit dem Abnehmen. Daher sollte man bei der Nahrungszufuhr maximal 400kcal pro Tag einsparen. Damit stellt sich der Körper nicht in den Energiesparmodus um und wir verlieren keine wertvolle Muskelmasse!

Wieviel bringt Bewegung?
Wenn ich statt zu sitzen (z.B. auf dem Sofa vor dem Fernseher), jeden Tag 2 bis 3 Stunden stehe und gehe, verliere ich alle 3 Monate 1 kg Fett!
Wenn ich ein Training – z.B. dreimal pro Woche 40 Minuten Gehen oder Joggen – mit der Alltagsbewegung kombiniere, werde ich 1 kg Fett pro Monat abbauen, in drei Monaten also 3 kg!
Erst durch diese Bewegung kommt es zu einem dauerhaft verminderten Körpergewicht. Um dieses neue niedere Gewicht zu halten, muss der Bewegungsumfang lebenslang beibehalten werden – sonst nehme ich wieder zu!

Tipps …
… zur Alltagsbewegung:
Benützen Sie keine Rolltreppen oder Aufzüge, sondern verwenden Sie anstelle dessen die Treppen.
Parken Sie das Auto 10-15 Gehminuten entfernt vom Ziel. Sie werden sehen: Das erleichtert auch die Parkplatzsuche, spart Treibstoff und Stress.
Bei Öffis steigen Sie ein oder zwei Haltestellen früher aus. In Gratwein-Straßengel lohnt auch der Fußweg zum Bahnhof, wenn Sie in die Stadt wollen.
Benützen Sie einen Schrittzähler: Ermitteln Sie, wieviele Schritte Sie täglich im Durchschnitt zurücklegen und absolvieren Sie dann regelmäßig zusätzliche 5.000 Schritte/Tag.

für‘s Training:
Trainieren Sie immer an den gleichen Tagen zur jeweils gleichen Uhrzeit. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Wenn Sie einmal einen fixen Rhyth-mus gefunden haben, fällt es auch leichter, diesen beizubehalten.
Tragen Sie die Trainingstermine langfristig in Ihren Kalender ein, denn das schützt sie vor Ausreden: Eigentlich sollte ich heute trainieren, aber „leider“ habe ich einen Kaffeehaustermin vereinbart …

Wenn starkes Übergewicht die Bewegung hemmt
Starkes Übergewicht darf keine Ausrede sein, sich nicht oder nur wenig zu bewegen. Sie müssen die Möglichkeiten, die der Körper zulässt, umso ausgiebiger nutzen. Denn gerade bei starkem Übergewicht ist es umso wichtiger, fit und in Bewegung zu bleiben. Andernfalls steigt das Gewicht mit Sicherheit weiter. Konzentrieren Sie sich also bitte erst darauf, das Gewicht zu halten. Wenn dann mit der Zeit ihre Fitness zunimmt, kommt auch die Chance, durch ein langsames Aufbauen der Bewegung auch wieder abzunehmen.
(Alltags-)Bewegung ist alles!

Gefährliche Tiere am Mittelmeer

von Dr. Andrea Braunendal

Ich persönlich empfinde ja das Mittelmeer als „größte Badewanne der Welt“, deshalb und aufgrund der Nähe sind wohl Urlaube in Kroatien, Griechenland, Italien und Spanien so beliebt. Doch gibt es im europäischen Süden auch ein paar wenige Tiere, die für uns gefährlich werden können. Hier einige Tipps was zu beachten ist, wenn man ihnen – wenn es auch eher selten geschieht – begegnet:

An Land und an den Küsten ist zu beachten:
Kroatien ist – vor allem im Norden und eher im Landesinneren – ein Zeckenrisikogebiet. Aber als SteirerIn sollte man ohnehin gegen FSME geimpft sein.

Wespen und Bienen gibt es überall, AllergikerInnen sollten also ihr Notfallset auch im Urlaub dabei haben.

Ähnlich schmerzhaft wie ein Wespenstich ist jener des Skorpions. Skorpione sind eher mit Spinnen als mit Bienen und Wespen verwandt: BienenallergikerInnen müssen also nicht auch auf Skorpionstiche allergisch reagieren. Da aber auch Skorpionstiche eigene Allergien auslösen können, muss man im Fall des Falles einen Arzt aufsuchen. Skorpione verkriechen sich ganz gerne in Schuhen – also erst einen Blick hineinwerfen bevor man sie anzieht.

Spinnen: Die giftigste Spinne in Kroatien ist die Schwarze Witwe. Sie hält sich meist in der Nähe von Insekten bei Steinen und Mauern aufhält. Auch Spinnen huschen im Regelfall schnell davon, aber es könnte theroteisch passieren, dass man sich z.B. bei einer Steinmauer auf sie setzt. Wird man gebissen, sollte man umgehend ein Krankenhaus aufsuchen und sich ein Antiserum verabreichen lassen.

Schlangen: Giftig sind die Sand- bzw. Hornviper und die auch bei uns lebende Kreuzotter. Schlangen sind sehr scheu und flüchten eher als anzugreifen. Wer in unwegsamem Gelände unterwegs ist, kann entweder mit einem  langen Stock vor sich auf den Boden klopfen oder kleine Steinchen vor sich her werfen und so die Tiere verscheuchen. Der Biss beider Schlangen ist sehr schmerzhaft. Da die Gefahr einer Allergie oder eines anaphylaktischen Schocks gegeben ist, ist sofort ein Notarzt zu verständigen.

Im Meerwasser ist zu beachten:
Sowohl beim Schnorcheln wie beim Tauchen gilt: Beobachten Sie das Leben im Wasser, aber lassen Sie die Finger davon. Muränen, Stachelrochen und Drachenköpfe sind gefährliche Fische. Da sie sich aber in der Regel in größeren Tiefen aufhalten, sind sie lediglich für Taucher gefährlich.

Im Sand versteckt lauert das Petermännchen auf seine Beute. Seine Giftstacheln können auch Badegäste verletzen. Da es sich im Sand bis auf die Augen eingräbt ist es kaum zu sehen. Daher kann es vorkommen, dass der kleine Fisch für Verletzungen Badender sorgt. Der Schmerz setzt sofort ein und breitet sich auf benachbarte Körperregionen aus. Meist entwickelt sich eine starke Gewebeschwellung, eventuell bilden sich flüssigkeitsgefüllte Blasen. Nach 24 Stunden erscheint die Wunde oft taub und gefühllos. Erste Hilfe: Wunde von Stacheln oder Geweberesten befreien und desinfizieren. Falls nicht sofort ärztliche Hilfe erreicht werden kann, Eintauchen der betroffenen Extremität in tolerierbar heißes Wasser (ca. 45 °C), damit das auf Eiweiß basierende Gift zerstört wird. Anschließend Arzt aufsuchen.

Kugelfisch: Der aus der japanischen Küche bekannte und mit einem tödlichen Gift ausgestattete Kugelfisch erobert zunehmend das Mittelmeer. Für Badende ist er ungefährlich, da er sich nur in größeren Wassertiefen aufhält. Allerdings müssen Fischer und Angler darauf achten, diesen Fisch nicht unerkannterweise auf dem Teller landen zu lassen.

Feuerquallen: Ihre Nesseln verursachen Verletzungen, die einer Verbrennung ähneln und Narben hinterlassen können. Da man die langen Tentakel kaum rechtzeitig sieht, kommen Verletzungen immer wieder vor. Falsche Behandlungen verschlimmern die Verletzungen meist, daher halten Sie sich bitte an folgende Verhaltensregeln:
1. Nach einem Quallenkontakt Ruhe bewahren. Wer panisch um sich schlägt läuft Gefahr, noch mehr abzubekommen. Sofort ans Ufer schwimmen und die betroffene Hautstelle untersuchen.
2. Etwaiger noch anhaftender Schleim enthält weitere, noch nicht aktivierte Nesselzellen. Um zu verhindern, dass diese platzen, die Hautstelle nur mit Meerwasser oder Essig vorsichtig säubern. Niemals Süßwasser oder gar Alkohol dafür verwenden.
3. Auch Rasierschaum hilft gut, um Quallenreste zu entfernen: vorsichtig aufstreichen, eintrocknen lassen, dann mit einem Messerrücken abstreifen. Alternativ die betroffenen Hautstelle mit trockenem Sand bedecken und vorsichtig mit einem Spatel (Messerrücken, o.ä.) abstreichen.
4. Danach die Haut mit viel Eis kühlen und viel Wasser trinken.
5. Nach der ersten Kühlung abwechselnd Essigkompressen und Eiswickel einsetzen, dies wirkt rasch schmerzlindernd.
6. Lässt der Schmerz auch über eine längere Zeitspanne (über eine Stunde) nicht entscheidend nach, nehmen sie ein antiallergisches Medikament in Tablettenform oder streichen sie die betroffenen Hautstellen mit Antihistaminika, einer Kortison- oder Brandsalbe ein.
7. Bei Auftreten von Schwindel, Übelkeit oder Atemnot ist sofort ein Arzt aufzusuchen um einem Kreislauf-zusammenbruch oder einen allergischen Schock zu verhindern. Gleiches gilt für den Sonderfall, dass die Augen in Kontakt mit einer Qualle gekommen sind.
Gefährlicher, aber selten sind die Würfelqualle bzw. Mittelmeer-Seewespe sowie die Portugiesische Galeere. Für die rasche Behandlung gilt das zuvor Beschriebene.

Seeigel: Am häufigsten passieren Verletzungen, wenn man auf einen Seeigel tritt – Badeschuhe sind die beste Vorbeugung. der häufigste schwarze Seeigel ist nicht giftig. Aber seine Stacheln dringen leicht und tief in die Haut ein Da sie mit Widerhaken besetzt sind und extrem leicht abbrechen, sind sie nur schwer zu entfernen. Die Behandlung bei einem Seeigel-Stich besteht vor allem darin, möglichst schnell alle Stacheln und Stachelreste aus der Haut zu entfernen. Dickere Stacheln kann man mit einer Pinzette oder Kanüle entfernen. Alternativ kann man sie zum Beispiel mit Pflanzenöl einweichen und nach 24 Stunden mit einer Pinzette entfernen.
Bei Stacheln in oberen Hautschichten wird manchmal empfohlen, sie mithilfe von Essig aufzulösen. Dazu wird die Wunde mehrmals täglich in einer essighaltigen Lösung gebadet. In der Zwischenzeit legt man einen Verband mit einer in Essig getränkten Kompresse an.
Manchmal müssen Seeigel-Stacheln chirurgisch entfernt werden, besonders wenn sie sich in tiefere Hautschichten gebohrt haben.
Die durch Seeigel-Stiche verursachten Wunden müssen sorgfältig desinfiziert werden. Die Symptome werden entsprechend behandelt, also zum Beispiel mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten.
Bei fehlendem oder unsicherem Impfschutz erhält der Patient eine Tetanusimpfung.

 

Befragung von Pflegenden Angehörigen in Gratwein-Straßengel

Der Fachausschuss der Gemeinde Gratwein-Straßengel für Soziales, Gesundheit, Generation und Integration widmet sich 2017/2018 schwerpunktmäßig dem Thema „Pflege und Betreuung zu Hause“.

Die Marktgemeinde Gratwein-Straßengel verfügt bereits über viele Angebote, um die Pflege- und Betreuungsarbeit zu Hause zu unterstützen. Dennoch möchte die Gemeinde genauer erfahren, wo es aus Sicht von pflegenden Angehörigen Bedarf zu Information, Entlastung und Unterstützung gibt.

Der folgende Fragenbogen dient zur Bedarfserhebung in der Gemeinde und ist Grundlage für den Aus- und Aufbau von bedarfsgerechten Angeboten.

Wenn Sie zu Hause die Pflege und Betreuung eines kranken Angehörigen, eines Angehörigen mit Behinderung oder eines älteren Angehörigen übernommen haben, bitten wir Sie, den Fragebogen auszufüllen.

Ihre Antworten werden selbstverständlich anonym behandelt.

Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Hier geht’s zur Befragung:

ZUM FRAGEBOGEN

Unser Feinstaub macht uns krank

von Dr. Björn Zeder

Die Luft ist lau, der Himmel blau, der Frühling ist da. Was kümmern uns da noch die unglaublich vielen Feinstaubtage der letzten Monate? Aber keine Sorge, der Feinstaub kommt wieder. Was man dagegen tun kann? Entweder darauf warten, dass uns die Politik Heizen, Splitt/Salzstreuen und Autofahren verbietet, oder doch selbst Ver-antwortung unternehmen. Denn Feinstaub vermeiden können nur wir selbst – entweder gezwungenermaßen oder freiwillig.
In Gratwein-Straßengel gab es im Zeitraum 1. November 2016 bis 28. Februar 2017 23 Tage, in denen der vorgegebene Grenzwert übrschritten wurde. In unserer Ordination häuften sich Probleme mit extrem lange andauernden Atemwegserkrankungen und ebenso langwierigen grippalen Infekten.

Was ist Feinstaub?
Feinstaub zählt zu den gefährlichsten Luftschadstoffen für die Gesundheit, da die Staubteilchen vielfältige schädliche Wirkungen in den Atemwegen und über entzündliche Prozesse im ganzen Körper entfalten. Feinstaub besteht aus winzigen Partikeln unterschiedlicher Größe und chemischer Zusammensetzung. Als Feinstaub werden Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm und kleiner bezeichnet (10 µm = 0,01 mm).
Feinstaub hat viele verschiedene Verursacher. die wichtigsten sind der Verkehr direkt über Abgase, den Gummi-abrieb der Reifen und der Bremsen sowie indirekt über das Aufwirbeln von Staub durch das Fahren. Gerade im Winter sind es die Splitt- und Salzstreuung, die dafür den Staub produzieren. Ähnlich wichtig als Verursacher ist das Heizen: Vor allem alte Kohleheizungen, aber auch das Verbrennen von Holz in Zweitheizungen ist ein wichtiger Faktor, der im Prinzip leicht zu vermeiden wäre. Feinstaub aus der Industrie und der Landwirtschaft lässt sich im Gegensatz zu den Verursachern Verkehr und Heizen nicht kurzfristig reduzieren. Für zusätzliche, zeitlich begrenzte Spitzen sorgen Feuerwerke und natürlich auch die Osterfeuer.
Ähnlich wie Graz liegt der Raum Gratwein-Straßengel und Gratkorn in einem Becken. Hier sammelt sich im Winter die kalte, verschmutzte Luft und reichert sich immer weiter mit Feinstaub an. Linderung kann nur das Wetter durch Wind odr Niederschlag bringen.

Patient: Herr Doktor, ich huste schon seit drei Wochen, ich glaub ich brauch ein Antibiotikum, sonst hört das nie auf!
Dr. Zeder: Wenn dieser Patient ansonsten lungengesund ist, wird er in der Regel kein Antibiotikum benötigen, denn in Zeiten hoher Feinstaubbelastung ist es nun einmal so, dass wir vielleicht nicht wirklich öfter erkranken, aber oft länger krank sind, wenn uns ein grippaler Infekt erwischt hat. Dieser feine Staub belastet die Atemwege im Ausmaß von rund drei bis fünf Zigaretten täglich. Das sind allerdings Zigaretten, die auch Babys, kleine Kinder sowie kranke und alte Personen rauchen müssen.
Dass Antibiotika den Feinstaubreiz nicht beseitigen können versteht sich von selbst. Außerdem helfen sie nur bei bakteriellen Erkrankungen – grippale Infekte und auch die echte Grippe sind hingegen Virsuerkrankungen.

Patient: Herr Doktor, was kann ich den sonst tun, um bei dieser Feinstaubbelastung wieder gesund zu werden?
Dr. Zeder: Unterstützen Sie die Atemwege in ihrem  Kampf  gegen die Belastung aus der Umwelt! Und das geht nun mal am besten, wenn  wir die Schleimhäute mit Feuchtigkeit und pflanzlichen Mitteln stärken. Sich bei uns im Talkessel während hoher Feinstaubbelastung viel im Freien zu bewegen oder gar Sport zu betreiben ist für unseren Körper  eher nachteilig. Das Tragen einer Chirurgenmaske schützt gegen Feinstaub, aber das ist bei uns noch nicht so modern wie etwa in Japan.

Patient: Herr Doktor, was kann der feine Staub sonst noch Böses anrichten?
Dr. Zeder: Unsere Blutgefäße verkalken frühzeitig, was zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen führt; genauso wie durchs Rauchen,  hohes Cholesterin, hohen Blutdruck, Fettleibigkeit  usw… Das Lungenkrebs-risiko steigt ebenso wie das frühere  Auftreten der sogenannten Raucherlunge, da die Lunge schlicht und einfach früher altert.

Patient: Herr Doktor,  gibt es Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen?
Dr. Zeder: Zum Teil ja. Feinstaub kann bei  Kindern beispielsweise zu Mittelohrenzündungen führen. Das liegt an dem noch schmalen Gang zwischen Rachen und Mittelohr, die Rachenentzündung breitet sich leichter ins Mittelohr aus. Und:  Die noch nicht ausgewachsene  kindliche  Lunge ist viel anfälliger in ihrer  Entwicklung, was sich im Erwachsenenleben bemerkbar  machen wird.

Patient: Herr Doktor, ich fürchte mich schon ein wenig vor dem nächsten Winter.
Dr. Zeder: Ich  auch, wenn wieder viele Patienten aufgrund der Hartnäckigkeit ihrer Atemwegserkrankungen  ganz verzweifelt zu mir kommen!

Vielen Dank für das Interview. Also fein ist der Staub wahrhaftig nicht.

Husten: immer lästig, manchmal gefährlich

Dr.  Andrea Braunendal über ein typisches Erkältungssymptom, das in seltenen Fällen auch auf ernsthafte Erkrankungen verweisen kann.

Husten ist eines der häufigsten Symptome überhaupt. „Husten“ ist das ruckartige Ausstoßen von Luft durch Zusammenziehen der Atemmuskulatur. Die ausgestoßene Luft kann Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erlangen. Entsprechend weit fliegen die Er- reger, um sich neue Opfer zu suchen.  Das Husten ist eine Ab- wehrfunktion und dient der Rein-haltung der Atemwege. Fremdkörper, Giftstoffe, Keime und infektbedingt produziertes Sekret bzw. Schleim aus den Atemwegen werden entfernt.

Akuter Husten
Davon sprechen wir Ärzte, wenn die Beschwerden kürzer als acht Wochen andauern. Häufigste Ursache sind viral oder bakteriell bedingte Erkältungskrankheiten oder Infektionen wie Bronchitis oder Lungenentzündungen. Daher ist auch beim akuten Husten eine Abklärung durch den Hausarzt sinnvoll, vor allem wenn der Husten mit zähflüssigem Auswurf bzw. Fieber verbunden ist.

Chronischer und Keuchhusten
Von chronischem Husten spricht man, wenn dieser länger als acht Wochen anhält. Hier ist vor allem der wieder häufiger auftretende Keuchhusten von Bedeutung. Keuchhusten kann bis zu 100 Tage dauern und ist hoch ansteckend. In der ersten Phase ist er von gewöhnlichem Husten kaum zu unterscheiden. In der zweiten Phase führt er zu anfallsartigen, krampfartigen Hustenanfällen mit anschließend lautem, keuchendem Einatemgeräusch. Diese Krämpfe können insbesondere für Säuglinge und geschwächte Personen auch lebensbedrohend sein. Deshalb werden bereits Kleinkinder gegen Keuchhusten geimpft. Für Erwachsene raten die aktuellen Impf-empfehlungen zu einer regelmäßigen Auffrischung alle 10 Jahre auch im Erwachsenenalter.
In der dritten Phase klingt der Keuchhusten langsam wieder ab.
Andere, häufige Ursachen für chronischen Husten sind Asthma bronchiale und die chronische Bronchitis. Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege und gewöhnlich durch eine Entzündung und Überem-pfindlichkeit der Atemwege charakterisiert ist. Die typischen Symptome sind ein pfeifendes Atemgeräusch, Kurzatmigkeit, Beklemmungsgefühl („Brustenge“) und eben Husten.
Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn die Symptome Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren bestehen. Von dieser Erkrankung sind hauptsächlich Raucher betroffen (‚Raucherhusten‘).

Wie kann man Husten noch unterscheiden?
Neben der Dauer des Hustens ist für Arzt oder Ärztin von Bedeutung, ob Schleim gebildet wird oder nicht. Somit wird zwischen unproduktivem Husten (ohne Auswurf) und produktivem Husten (mit Auswurf) unterschieden. Unproduktiver Husten wird durch eine akute Reizung der Atemwege ausgelöst (Zigarettenrauch, Staub, Fremdkörper) oder er tritt in Verbindung mit Erkältungskrankheiten und anderen Infekten auf. Beispiele: Asthma bronchiale oder Nebenwirkungen von Medikamenten (ACE-Hemmer). In seltenen Fällen ist Reizhusten das einzige Symptom einer kleinen Lungenembolie.
Schleimproduzierender Husten wird häufig von Erkäl-tungskrankheiten, Bronchitiden, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen sowie Lungenentzündungen ausgelöst.
Bluthusten: Blutige Beimengungen im Schleim machen Angst. Einmalige, geringe Blutspuren haben aber oft harmlose Ursachen (kleine Verletzungen im Nasen-Rachenraum, Zahnfleisch- oder Nasenbluten). Allerdings: Bei schaumigem Bluthusten sowie Blutbeimengungen im Speichel über längere Zeit sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Treten die blutigen Beimengungen öfters auf, ist die Abklärung möglicher schwerwiegender Ursachen der Blutungen wie Tuberkulose, Lungen-entzündung, Lungenkrebs, Lungenembolie, Herzinsuf-fizienz etc. dringend erforderlich.

Diagnose bei Husten
Zu Beginn macht sich der Arzt oder die Ärztin im Zuge eines ausführlichen Gesprächs einen ersten Eindruck über das Krankheitsbild. Unter anderem ist es ist wichtig zu wissen, wie lange der Husten schon besteht, um welche Art von Husten es sich handelt und ob er von anderen Symptomen begleitet wird. Anschließend wird die Lunge mit dem Stethoskop abgehört. Abhängig von der möglichen Ursache des Hustens können weitere Untersuchungen notwendig werden.

Behandlung von Husten
Je nach Ursache des Hustens ist abzuwägen, ob die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden muss oder ob es genügt, das Symptom selbst zu lindern.
Bei schleimproduzierendem Husten helfen schleimlösende Medikamente (Mukolytika, Sekretolytika). Sie helfen, den zähen Schleim zu verflüssigen, der sich dann leichter abhusten lässt.  Auch Inhalationen mit Meersalz oder pflanzlichen Aufgüssen (z.B. Kamillenöl) sowie Brust-umschläge und salzhaltige Nasensprays werden oft als lindernd empfunden. Für die Verflüssigung des Schleims braucht es jedenfalls Flüssigkeit. Hier sind Tees wie Malve, Süßholz oder Thymian zu empfehlen.
Bei schleimproduzierendem Husten ist das Unterdrücken des Hustenreizes nicht zu empfehlen, da dann der Schleim nicht abgehustet wird und die Atemwege verlegt.
Hustenstillende Medikamente (Antitussiva) dürfen daher nur bei unproduktivem Reizhusten und nach einem Arztbesuch eingenommen werden. Sie wirken meist direkt im Gehirn, wo sie am Hustenzentrum den Hustenreiz dämpfen.
Gegen den nächtlichen Hustenreiz wirken auch einfache Hausmittel wie ein Löffel Honig oder Ziebelsud. Auch das Hochlagern des Oberkörpers kann Abhilfe verschaffen. l