Diabetes – wenn Wunden nicht heilen
27. März 2012 von admin
Warum die regelmäßige Einstellung des Zuckers für Diabetiker so wichtig ist.
Von Dr. Andrea Braunendal
Hohe Blutzuckerwerte führen dazu, dass Nerven und Gefäße geschädigt werden. Beim Patienten macht sich dies durch das Nebeneinander von Schmerzen und Gefühllosigkeit bemerkbar, das meist zuerst am Fuß auftritt. In so einem Fall sprechen wir von einer diabetischen Polyneuropathie. Ein Parameter zur Beobachtung der Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum bis zu 6 Wochen ist der HbA1c-Wert. Bei Gesunden liegt dieser Wert zwischen vier und sechs Prozent, bei Diabetikern sollte er nicht über 8% liegen.
Das Fortschreiten der Schädigung der Nerven durch einen länger anhaltenden, zu hohen Blutzucker kann nur gestoppt werden, wenn die Schädigung noch nicht zu weit fortgeschritten ist.
Verlauf der Erkrankung
Die Nervenschädigung, die Schmerzen und Taubheitsgefühle verursacht, führt dazu, dass der Diabetiker kleinste Ver-letzungen und Hornhautrisse sowie ev-entuelle Druckstellen etwa durch Schu-he nicht verspürt. Dort kann es dann im Weiteren zum Eintritt von Keimen kommen, woraus schlecht heilende Wunden entstehen. Bei fehlender rechtzeitiger Behandlung können sich diese zu chronischen Geschwüren entwickeln. Werden diese Geschwüre vernachlässigt und nicht von einem Arzt professionell betreut, kann Gewebe absterben. Um dann eine lebensgefährliche Blutvergiftung zu vermeiden, bleibt oft nur noch die Amputation – ein Eingriff, der in Österreich jährlich über 2000 mal durchgeführt wird, wobei in etwa 70% der Fälle Diabetes die Ursache ist.
Vorbeugung – das Diabetes Aktiv
Wer unter Diabetes leidet, sollte daher alle angebotenen Schulungen besuchen, um die Erkrankung zu verstehen und im Alltag damit richtig umzugehen. Die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers durch den Arzt ist wichtig, um den Blutzucker wenn nötig wieder richtig einzustellen. In Österreich wird ein Betreuungsprogramm für Diabetiker angeboten, in dessen Rahmen alle 3 Monate die Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck, der Füße sowie der Durchblutung der Beine durchgeführt wird.
Bei der Kontrolle der Füße geht es nicht nur ums Hinsehen: Mit einer Stimmgabel wird das Vibrations-empfinden und mit dem Monofila-ment das Berührungsempfinden getestet. Auch der Fußpuls wird getastet. All dies dient dazu, ein Taubheitsgefühl rechtzeitig festzustellen.
Dieses Diabetes Aktiv-Programm wird in unserer Ordination angeboten. Mit der Teilnahme entstehen keine Kosten. Ein Einstieg in dieses Programm ist jederzeit möglich. Wir bemühen uns, alle unsere Diabetes-patienten selbst auf dieses Programm anzusprechen – falls Sie Interesse haben, bitten wir Sie, sich auch selbst aktiv bei uns zu melden.
Es ist weiters empfehlenswert, auch die Fußpflege regelmäßig zu besuchen. Weisen Sie Ihre Fußpflegerin bitte darauf hin, dass Sie Diabetiker sind. Damit tun Sie sich und Ihren Füßen etwas Gutes und gleichzeitig gibt es einen professionellen Blick auf etwaige Wunden und deren Heilungsverhalten. Wichtig ist auch Ihre Selbstbeobachtung: Kontrollieren Sie Ihre Füße bitte auch selbst auf Verletzungen, Blasen und Schrunden.